Click und Collect auf der sicheren Seite | Neue Braunschweiger
13. Februar 2021
Wirtschaft

Click und Collect auf der sicheren Seite

Lokale Händler zeigen sich und ihr Angebot online – Verbraucherzentrale gibt Tipps

Mit der Instagram-Serie „My locals BS“ stellen Einzelhändler ihr Geschäft und ihre digitalen Services vor. Den Anfang macht macht Yoga-Ambiente. Foto: Maria Stenzel/Stadtmarketing

Braunschweig. Schicke Klamotten, coole Technik, faszinierender Schmuck – und das zum Spottpreis. Da ist ein verlockendes Onlineangebot schnell angeklickt. Petra Wolf von der Verbraucherzentrale kann ein trauriges Lied davon singen, wie Menschen im Netz betrogen werden. Die Braunschweiger Innenstadt bietet eine Alternative.

Bei der Instagram-Serie „My locals BS“ von Stadtmarketing und AAI stellen sich lokale Händlerinnen und Händler mit ihrem Geschäft und ihren Produkten vor und zeigen, welche digitalen Services sie anbieten und wie sie auch während der pandemiebedingten Schließungen und danach digital für ihre Kundinnen und Kunden erreichbar sind.

„Da sind wirklich Profis am Werk“, erklärt Petra Wolf, warum immer wieder Menschen den Betrügern im Internet sprichwörtlich ins Netz gehen. „Die Fotos sind häufig erstklassig, die Homepages wirken seriös und professionell“, beschreibt die Leiterin der Verbraucherzentrale Braunschweig die Gefahren. „Oft stehen auch noch sehr positive Bewertungen dabei, alles täuschend echt“, zählt sie die Fallen weiter auf.
Nach dem Anklicken kommen meist verschiedene Zahlungsmodalitäten. „Dann funktioniert letztlich aber nur die Vorkasse“, weiß Wolf, bei der Auswahl Rechnung oder Kreditkarte wird ein „technischer Fehler“ angezeigt. „Da die Kaufentscheidung zu diesem Zeitpunkt bereits getroffen ist, willigen die Kunden häufig in die Vorkasse ein“, sagt die Beraterin. Ein fataler Fehler.

Denn bei den so genannten Fakeshops kommt danach nichts mehr. Die Kunden warten vergeblich auf ihre Ware. Und das Geld ist futsch. „Wir haben gerade in der Coronazeit zahlreiche Anrufe bekommen von Menschen, denen genau das passiert ist“, erzählt Wolf. Und oft geht es dabei nicht um Kleingeld. „Mehrere hundert Euro sind da im Spiel“, sagt Wolf. Und die sind weg. „Meist können wir nur raten, in Zukunft vorsichtiger zu sein“, sagt die Verbraucherberatung. Der Versuch, das Geld zurückzubekommen, ist meist aussichtslos.

Die Bestellung bei sogenannten „Asia-Shops“ kommt zwar an, aber die Ware ist häufig purer Schrott. „Hier gibt es meist gar keine Rücksendeadresse, oder aber sie ist in China, da kostet das Päckchen 45 Euro“, erzählt Wolf. Mehr, als der Plunder überhaupt wert ist. Teuer kann es auch bei betrügerischen Streamingdiensten werden. „Meist werden die Kunden mit einen kostenfreien Probeabo gelockt“, berichtet Wolf. Oft lassen sich die Filme dann technisch gar nicht streamen oder die Qualität ist unterirdisch.

Dann kommen Anrufe, die zur Zahlung auffordern. Manchmal werden Youtube-Videos versendet, auf denen ein angeblicher Anwalt eindrucksvoll vor den Strafen warnt, wenn nicht bezahlt wird. Petra Wolf rät: „Keine Angst haben. Zahlungsaufforderungen müssen immer mit der Post kommen. Die Gegenseite ist immer in der Nachweispflicht.“ Wichtige Tipps: Nicht in Vorkasse gehen, besser Lastschrift, da lässt sich das Geld acht Wochen lang zurückholen, am besten nur auf Rechnung kaufen. Auf das Impressum achten und auf die Endung der Homepage auf de.

Petra Wolf ist seit elf Jahren dabei und gehört zur Verbraucherzentrale Braunschweig, die sich am Langen Hof – nach Corona – auch wieder sehr auf die persönlichen Gespräche freut. Bis dahin rät sie, sich bei der Verbraucherzentrale telefonisch zu melden: 0511/ 9 11 96-96.

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