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Comeback für die Geschichtsbücher

Basketball-Bundesliga: Die Löwen bezwingen die Gießen 46ers nach 22 Punkten Rückstand

Löwen-Aufbauspieler Joe Rahon (l.) erzielte gegen John Bryant und die Gießen 46ers den entscheidenden Korb. Scott Eatherton (r.) war erneut der beste Braunschweiger. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. Mit viel Moral und einer sensationellen zweiten Halbzeit haben die Löwen-Basketballer eine zur Pause schon verloren geglaubte Begegnung noch gedreht. Der 105:101 (45:64)-Erfolg gegen die Gießen 46ers war die wohl mitreißendste Partie, die es in dieser Spielzeit in der Volkswagenhalle zu sehen gab.

Wenn es noch Zweifel gegeben hatte, ob der an der Seitenlinie stets ruhig und gefasst auftretende Steven Clauss auch in der Lage wäre, seine Mannschaft in schwieriger Lage wachzurütteln – seit Freitagabend sind diese beseitigt. „Wenn es drauf ankommt und es notwendig ist, kann ich sehr laut und sehr klar werden“, beschrieb der Deutsch-Amerikaner seine Pausenansprache. Und nach einer defensiv ganz schwachen ersten Hälfte seiner Löwen traf der Co-Trainer, der erneut den erkrankten Headcoach Frank Menz vertrat, ganz offensichtlich den richtigen Ton.

Denn nach dem Seitenwechsel stimmte die Intensität auf einmal. Mit einer 19- Punkte- Hypothek waren die Gastgeber in die Kabine gegangen, kurz nach Wiederbeginn lagen sie gar mit 22 Zählern zurück. Doch vor dem Schlussviertel waren es dann plötzlich nur noch fünf Pünktchen Rückstand – und auch die 3011 Zuschauer, so sie denn Löwen-Fans waren, waren wieder voll da. „Wir sind immer besser ins Spiel gekommen, das war wie eine Dampflok, die man nicht aufhalten kann“, beschrieb Clauss die grandiose Auferstehung seiner totgeglaubten Mannschaft, während die Gäste um ihren vor der Pause noch dominierenden Center John Bryant (am Ende 28 Punkte) völlig einbrachen.

Es waren nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, also die wie so oft überragenden Scott Eatherton (25 Punkte, 12 Rebounds) und DeAndre Lansdowne (23 Punkte), die bei den Löwen nun aufdrehten. Selbst ein Dejan Kovacevic (4 Punkte), insbesondere in wichtigen Phasen sonst nur ein Bankdrücker, nutzte seine dreieinhalb Minuten Einsatzzeit, um dem Team mit viel Energie und einigen gelungenen Aktionen zu helfen.

So wurde die Partie im Schlussviertel zum spannenden Krimi – in dem die Gießener, die zuvor bereits fünf Partien in Serie in den Sand gesetzt hatten, über das schwächere Nervenkostüm verfügten. Ein Korbleger von US-Aufbauspieler Joe Rahon (14 Punkte, 5 Assists) sorgte 14 Sekunden vor dem Ende für die 103:101-Löwenführung. Die Chance auf die Gießener Antwort wenige Augenblicke vor Schluss hatte ausgerechnet Brandon Thomas. Doch der Ex-Braunschweiger vergab den weit offenen Dreier – und die VW-Halle stand Kopf.

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