Damit die Stille Nacht nicht zu still wird | Neue Braunschweiger
23. Dezember 2020
Soziales

Damit die Stille Nacht nicht zu still wird

Die Kirchen dürfen an Weihnachten öffnen – Nicht nur für die Magni-Gemeinde ein großer Spagat

Pastor Henning Böger und die Magni-Gemeinde haben mit viel Kreativität auch im Corona-Jahr Angebote zur Einkehr geschaffen. Wie so viele andere Kirchen auch. BZV-Archiv: Darius Simka/regios24

Magniviertel. Wochen ohne Gottesdienste – das möchte Henning Böger nicht noch einmal erleben. Der Pastor von St. Magni ist froh, dass die Kirchen wieder geöffnet sind. Auch an Weihnachten. Allerdings: Die Last der Verantwortung drückt. Bis kurz vor Schluss wurde an Konzepten gefeilt, wie Christvespern und Christmetten sicher gemacht werden können. Eine Lösung: So viel Open Air wie möglich.

„Schon im Sommer sind wir nach draußen gegangen“, erzählt Henning Böger von Gottesdiensten auf dem Magni-Friedhof. Auch die Regeln, die jetzt für Weihnachten ausgegeben wurden, sind im Prinzip nicht neu. Seit Mai gilt in den Kirchen eine Person auf zehn Quadratmeter, Maskenpflicht und Gesangsverbot. Das hat die Atmosphäre spürbar verändert. „Normalerweise gehen in die Magni-Kirche bis zu 500 Besucher. Jetzt können maximal 90 kommen“, sagt Böger über viele frei bleibende Reihen. Gerade an den Festtagen bedeuten die Beschränkungen für die Gemeinde noch einmal einen zusätzlichen Spagat. „In den vergangenen Jahren kamen bis zu 1200 Menschen zu den beiden Christvespern“, erzählt der Pastor. Die finden deshalb draußen statt. Auf dem Platz zwischen Kirche, Pfarrhaus und Kindergarten haben rund 150 Besucher Platz. Um 16 und um 17 Uhr gibt es für sie Segen und Licht. Später für die Christnacht und für die Gottesdienste am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag gilt eine Anmeldepflicht.

Viel Vorplanung also, doch eine offene Kirche – die ist für Pastor Henning Böger im Grunde alternativlos. „Selbst im ersten Lockdown war die Magni-Kirche immer geöffnet. Wer einen Moment in sich gehen wollte, konnte kommen.“ Dieses Angebot gibt es auch über die Feiertage: Von morgens an bis spät in die Nacht bleiben die Türen geöffnet. Und für alle, die nicht kommen können oder möchten, verschickt die Gemeinde zusammen mit der Kirchengemeinde am Dom an fast 3000 Haushalte in der Innenstadt einen Weihnachtsbrief und eine Weihnachtsliturgie.

„Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass wir kreativ werden mussten“, sieht Henning Böger das Positive im Negativen. Vor allem sei noch einmal in den Fokus gerückt, wer im Stadtviertel wohnt, vielleicht alleine lebt, Ansprache braucht. „Die Gottesdienste in der Gemeinschaft, in einem Raum der Einkehr sind und bleiben wichtig. Doch mit den neuen Formaten haben wir vielleicht wieder den einen oder anderen auf uns aufmerksam gemacht“, sagt Henning Böger.

St. Magni an Weihnachten

24. Dezember, 16 und 17 Uhr: Zwei Andachten an der Kirche mit Krippenwort, Kerzenlicht und Segen
23 Uhr: Christnacht in der Kirche „St. Magni für Nachtschwärmer“ (mit Anmeldung).
25. Dezember, 11 Uhr: Festgottesdienst in der Kirche (mit Anmeldung).
26. Dezember, 17 Uhr: Abendgottesdienst in der Kirche „Magni Punkt 5 zum Festausklang“ (mit Anmeldung).

Tagesaktuelle Infos auch unter www.weihnachten-im-braunschweiger-land.de

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