30. Oktober 2020
Sport

Daniel Meyer: „Wir verfallen nicht in Hektik“

Löwen empfangen morgen Nürnberg – Felix Dornebusch kehrt ins Tor zurück

Daniel Meyer diskutiert mit Co-Trainer Thomas Stickroth. Foto: Susanne Hübner/imago images

Braunschweig. Im dritten Heimspiel der neuen Saison empfangen die Löwen morgen um 13 Uhr den 1. FC Nürnberg. In der Partie gegen die Franken wollen die Blau-Gelben die positive Bilanz vor heimischer Kulisse fortsetzen und mit einem Sieg den Sprung ins breite Tabellenmittelfeld schaffen.

Unter der Woche wurde die Niederlage bei Jahn Regensburg analysiert, die für Daniel Meyer trotz ihrer Deutlichkeit nicht nur negative Erkenntnisse zu Tage gefördert hat. Zwar sei die Entstehung der Gegentore Thema in der Trainingsarbeit gewesen, trotzdem hätten er und das Team auch positive Aspekte aus der Partie beim Tabellenfünften ziehen können: „Wir hatten die nervliche Stabilität, das frühe Gegentor wegzustecken und haben bis zum Platzverweis ein gutes Auswärtsspiel gemacht.“ Der Feldverweis für Niko Klaß sei jedoch ein absoluter Knackpunkt gewesen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir ohne den Platzverweis das Spiel nicht verloren hätten“, so der Eintracht-Trainer, der die Situation nicht mit dem vorherigen Heimspiel vergleichen möchte, als seine Mannschaft den VfL Bochum in Unterzahl mit 2:1 besiegt hat: „Wir haben das mit ganz großer Moral, aber auch Glück im Spielverlauf geschafft. Außerdem wurden wir durch die Kulisse angetrieben, als wir zum Ende in Unterzahl gewackelt haben.“

Um gegen die Franken erfolgreich zu sein, soll vor allem ein früher Gegentreffer wie zuletzt gegen Bochum oder Regensburg verhindert werden. „Das sollten wir schleunigst abstellen“, erklärt der 41-Jährige, auch wenn die Nürnberger zuletzt oft Schwierigkeiten hatten, eine eigene Führung zu verteidigen.
Die Franken haben sich nach dem Fast-Abstieg neu aufgestellt und mit Sportvorstand Dieter Hecking und Trainer Robert Klauß (zuvor RB Leipzig) neue Leute auf die Kommandobrücke geholt. Letzteren hatte der heutige Eintracht-Coach zu Beginn seiner Laufbahn beim FC Strausberg trainiert und steht mit seinem jetzigen Trainerkollegen häufig in freundschaftlichem telefonischen Austausch. Sein eigener Co-Trainer Thomas Stickroth war hingegen in der Vorsaison in gleicher Funktion beim „Club“ unter Vertrag. Ob Eintracht aus dieser Konstellation mehr Informationen zur Verfügung stehen bezweifelt Meyer allerdings: „Vielleicht kann mir Thomas etwas über einzelne Spieler sagen, ansonsten hat sich dort vieles verändert.“

Veränderungen stehen auch in der Startelf seiner Mannschaft an. Neben dem gesperrten Niko Klaß fallen Iba May, Matthias Heiland, Leon Bürger und Suleiman Abdullahi aus. Bei letzterem soll eine spezielle Therapie Aufschluss darüber geben, warum sein Knie wiederholt auf Belastungsreize reagiert hat: „Eine Rückkehr ins Mannschaftstraining vor der Länderspielpause ist unrealistisch.“ Neben Michael Schultz und Marcel Bär, die wieder einsatzbereit sind, kehrt auch Felix Dornebusch nach seiner Rotsperre in den Kasten zurück: „Das war immer so vorgesehen.“ Auch der Platzverweis von Niko Klaß dürfe nicht dazu führen, dem Spieler Vorwürfe für die Niederlage zu machen : „Wir müssen aushalten, dass junge Spieler Fehler machen.“ Dies gehört für den Fußball-Lehrer zum Entwicklungsprozess in der neuen Spielklasse. Aus diesem Grund mache der Blick auf die Tabelle, den sein Regensburger Kollege Mersad Selimbegovic nach dem Sieg gegen die Löwen ebenfalls abgelehnt hatte aktuell noch keinen Sinn: „Wir haben uns eine klare Vorgabe gesetzt, wie viele Punkte wir bis Weihnachten holen wollen. Daran orientieren wir uns und verfallen nicht in Hektik.“

So könnten sie spielen Dornebusch – Nikolaou, Wydra, Schultz – Kammerbauer, Kroos, Ben Balla, Wiebe (Kessel) – Kobylanski – Bär (Proschwitz), Kaufmann.

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