Darf’s ein bisschen mehr Schwein sein?

Psychologe hält am Weltglückstag einen Vortrag übers Glücklichsein

Tobias Rahm

Braunschweig. Das kleine Königreich Butan hatte die Idee, einen „Weltglückstag“ zu etablieren. Er findet jedes Jahr am 20. März, also nächsten Mittwoch statt.

Am Institut für Positive Psychologie der TU Braunschweig beschäftigen sich Experten wie der Diplom-Psychologe Tobias Rahm jeden Tag mit den Faktoren, die zu mehr oder weniger Glück führen.
An seinen Erkenntnissen will er uns in einem Vortrag, den er am Weltglückstag hält, teilhaben lassen. Ab 18 Uhr geht’s auf dem Nordcampus, Bienroder Weg 84, um Antworten auf die Fragen, was wir davon haben, glücklich zu sein, und wie man es lernen kann, glücklich zu sein. Der Eintritt ist frei. Warum Glück nicht nur der Lottogewinn sein kann, darüber hat er mit uns gesprochen.

Der Diplom-Psychologe Tobias Rahm forscht und lehrt an der Technischen Universität Braunschweig am Institut für Pädagogische Psychologie (IPP) auf dem Gebiet der Positiven Psychologie und insbesondere der Glücksforschung. Aber was ist Glück eigentlich und wie können wir es mit einem gesunden und zufriedenen Leben verbinden?
Besonders spannend dabei: Glücklichsein kann man trainieren, wie Rahm mit seinem am Institut für Positive Psychologie entwickelten Braunschweiger Glückstraining zeigen konnte. Im Hinblick auf den Weltglückstag und den Vortrag, den Tobias Rahm am Mittwoch (20. März) ab 18 Uhr im Nordcampus, Bienroder Weg 84, (Hörsaal BI 84.1) halten wird, stellten wir ihm drei Fragen.

Bei Glück denken viele an den Lottogewinn, an was denken Sie dabei?

Beim Lottogewinn denkt man zunächst mal an Zufallsglück, um das es bei meiner Forschung eigentlich nicht geht. Die Idee der Positiven Psychologie ist es, das Verhalten und Erleben von Menschen so zu beeinflussen, dass sie mehr Glücksmomente haben und zu einer zufriedeneren Einstellung zum eigenen Leben finden.
Andererseits geht es dabei auch darum, etwas Neues auszuprobieren und mehr zu wagen und das kann letztlich auch gut dazu führen, dass die Chancen für glückliche Zufälle steigen.
Wenn Sie keinen Lottoschein kaufen, können Sie auch nicht gewinnen und wenn Sie sich draußen nicht achtsam umschauen, dann entgehen Ihnen vielleicht die Eichhörnchen am Wegesrand, die für ein Lächeln sorgen könnten.

Sie sagen, Glück ist erlernbar. Was ist eine gute Einsteigerübung?

Meine Lieblingsübung heißt Drei Gute Dinge und hat schon in vielen wissenschaftlichen Studien eine beeindruckende Wirkung gezeigt. In ganz kurz erklärt, nimmt man sich dafür eine Woche lang jeden Abend ein paar Minuten Zeit und schreibt drei Dinge auf, die heute gut waren und was man selbst dazu beigetragen hat, dass sie einem passiert sind.
Dadurch schärft man einerseits seinen Blick für die schönen Dinge und bekommt andererseits mehr das Gefühl, sein eigenes Glück gestalten zu können.

Pannen, Pech und Pleiten treten gern in geballter Form auf, funktioniert das auch im positiven Sinn (also dass aus ein bisschen Glück viel Glück werden kann)?

Tatsächlich werden in der Positiven Psychologie viele Aufwärtsspiralen untersucht: Wer sich bemüht, häufiger gute Erfahrungen zu machen, wird auch mit mehr guten Gefühlen belohnt. Das eigene Wohlbefinden in die Hand zu nehmen, hat neben den guten Gefühlen auch positive Auswirkungen auf unsere Kreativität, Produktivität und Gesundheit.
Glückliche Menschen suchen (und finden) glücksförderliche Bekanntschaften und Aktivitäten. Diese „Engelskreise“ kann man schon mit kleinen Schritten anstoßen und der Weltglückstag ist eine gute Gelegenheit zum Losstarten.

Für alle, die tiefer in die Materie einsteigen wollen: Im Internet finden sich unter der Adresse www.tu-braunschweig.de/gluecksempfinden die genaue Anleitung für die „Drei-gute-Dinge“ sowie ein Übungsheft mit weiteren Anregungen. Wer möchte, kann zudem an einer kurzen Umfrage für eine neue Glücksstudie teilnehmen.

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