Das Aus für den Toten Winkel

Verkehrs-GmbH investiert in einen Abbiege-Assistenten für Busse

Dirk Fischer, Prokurist und Technischer Leiter der Verkehrs GmbH, Andreas Glaser, Leiter Abteilung Bustechnik der Verkehrs GmbH, und Holger Schimmels, Geschäftsführer der Rosho Automotive Solutions (v.l.) präsentieren das System. Ein sechs mal zweieinhalb Meter großer Bereich neben dem Bus wird überwacht. Grünes Licht auf dem Bildschirm bedeutet keine Gefahr. Foto: Konrad

Innenstadt. Radfahrer kennen die Situation an jeder Querstraße: Unvermittelt kreuzt ein abbiegendes Fahrzeug den Weg und schon wird es kritisch. Laut des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sind Fehler beim Abbiegen, die mit Abstand häufigste Unfallursache zwischen Radlern und Autos, Lkw oder Bussen. Zumindest bei letzteren können Braunschweigs Radfahrer bald aufatmen: Die Verkehrs-GmbH setzt in ihren 155 Bussen künftig einen Abbiege-Assistenten ein, der Bewegung im Toten Winkel registriert.

Entwickelt hat das ganze die Firma Rosho Automotive Solutions. Geschäftsführer Holger Schimmels erläutert das Funktionsprinzip: „Eine Kamera ist rechts seitlich am Fahrzeug angebracht und erfasst in einem rechteckig definierten Feld Objekte, die sich neben dem Fahrzeug schneller bewegen als dieses selbst.“ Ist das der Fall, wird der Fahrer wahlweise optisch oder akustisch gewarnt.

Achtung: Radfahrer im Toten Winkel. Foto: Konrad

 

„Wir testen das System aktuell in einem Bus, der täglich auf verschiedenen Linien unterwegs ist. Damit wollen wir Positionen und Einstellungen verbessern. Die Rückmeldung unserer Fahrer ist dabei besonders wichtig, sie sollen schließlich entlastet werden“, sagt Dirk Fischer, Prokurist bei der Verkehrs GmbH.

21 neue Busse, die zum Jahresende in die Flotte kommen werden, sind bereits mit so einem System ausgestattet. Für die Nachrüstung der anderen plant die Verkehrs GmbH „zwei- bis dreihunderttausend Euro“ ein, so Fischer.
Unfälle wie eingangs geschildert, seien bei der Verkehrs-GmbH übrigens zum Glück kein Riesenproblem, versichert Fischer. Das soll es dank des neuen Systems in der Zukunft auch nicht werden.

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