Das neue „Tor zum Norden“ wächst | Neue Braunschweiger
15. August 2020
Politik

Das neue „Tor zum Norden“ wächst

Der Bahnhof Gliesmarode wird zum Verkehrsknotenpunkt ausgebaut – Blick auf die Baustelle

Stellten das Großprojekt am Gliesmaroder Bahnhof vor (v.l.): Jörg Reincke (Geschäftsführer BSVG), Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.  Fotos: Birgit Wiefel

Östliches Ringgebiet. Bagger graben sich an der Berliner Straße tief ins Erdreich, die Luft flirrt in der Hitze. Am Gliesmaroder Bahnhof bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Bevor der Haltepunkt ab kommenden Jahr eine Schönheitskur bekommt, wird rings um ihn herum der Öffentliche Nahverkehr auf neue Füße gestellt.

Das Ziel: Bahn, Bus und Tram sollen enger miteinander verknüpft und so attraktiv werden, dass das Auto überflüssig wird. „Ein neues Tor zum Norden“ nennt Oberbürgermeister Ulrich Markurth das ehrgeizige Projekt.
Auch wenn die Großbaustelle derzeit nicht so aussieht: Stadt und Braunschweiger Verkehrs GmbH liegen gut in der Zeit. „Wir bauen unter Hochdruck“, betont BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke. Die Gleisanlagen seien zum Schulbeginn wieder befahrbar, bis November folgten die Wartehallen, die – ganz im Sinne des Klimaschutzes – über Gründächer verfügten. „Die Haltestellen werden künftig sowohl von Bussen als auch von Trams bedient und sind alle barrierefrei“, so Reincke. Darüber hinaus erhält der neue Knotenpunkt überdachte Fahrradabstellanlagen und Fahrradkäfige sowie einen Taxistand.

„Ab Ende des Jahres werden die Züge im Stundentakt aus und in Richtung Gifhorn fahren, langfristig ist ein Halbstundentakt geplant. Entsprechend passen wir die innerstädtischen Verbindungen an, vom Bahnhof Gliesmarode per Stadtbahn ins Zentrum, aber auch mit dem Bus an den Ring, zum Beispiel zur TU“, blickte Markurth in die Zukunft. „Städtebaulich entsteht am Bahnhof Gliesmarode ein ganz neues, attraktives Quartier“, betonte der OB.

Möglich wird der Neubau von Bahnhof und Umfeld durch eine millionenschwere Förderung von Land und Deutscher Bahn. Die Modernisierung des Haltepunktes ist Teil des DB-Programms „Niedersachsen ist am Zug! III“.
Für den 3,2 Millionen Euro teuren Aus- und Umbau des ÖPNV steuert Niedersachsen rund 1,5 Millionen Euro bei. Die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds durch die Stadt wird mit 350 000 Euro bezuschusst. Insgesamt kostet allein diese Maßnahme rund fünf Millionen Euro.

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