Das Ost feiert Geburtstag | Neue Braunschweiger
29. Mai 2018
Kultur

Das Ost feiert Geburtstag

Das Jugendzentrum ist immer noch Anlaufpunkt für junge und jung gebliebene Wolfsburger

Von Andreas Stolz
und Lotta von Rutenberg, 29.05.2018

Wolfsburg. Es war schon zu Zeiten seiner Gründung – das war 1978 – eine „etwas andere“ Einrichtung. Die Rede ist vom Selbstverwalteten Jugendzentrum Ost am Walter-Flex-Weg. Ein Schwerpunkt war dort die Beschäftigung mit Musik, zum Beispiel dem (deutschen) Punk-Rock. Viele Bands der Szene starten ihre „Laufbahn“ im Ost, und auch heute noch, 40 Jahre danach, stehen Nachwuchs-Bands, die die (Probe-)Räume nutzen, dort hoch im Kurs.
Die jugendpädagogischen Angelegenheiten regelt ein ehrenamtlich tätiger Aktionsrat aus jungen Leuten. Das selbstverwaltete Jugendzentrum Ost sei ein Lernort, sagt Felix Weidner, eines der Mitglieder im Aktionsrat des Jahres 2018. „Wir haben hier keinen kommerziellen Druck, das macht die Arbeit leichter. Außerdem ist seitens der Stadt das Prinzip trial and error nicht nur geduldet, sondern ein Stück weit gewollt.“

Zum 40-Jährigen feierte das Jugendzentrum Ost eine Party auf dem Gelände am Walter-Flex-Weg, bei der in einem Non-Stop-Programm bis in die frühen Morgenstunden die Bands Batsheba, Halle 54, Indie.Disco.Gehn, Vanill, Kreutzberg, Modell Bianka, Wolkenkratzer, Lemur, Jinxxa und Konfusia das Ost rockten. Wegen der Musik begann 2004 Corinna Jüptner das Jugendzentrum zu besuchen und erinnert sich, was sie dort faszinierte: „Die waren nicht so angepasst und glattgebügelt.“ Auch nach 14 Jahren und ihrem Umzug nach Braunschweig hängt das Herz noch an der Einrichtung. Mitglied im Aktionsrat ist Jüptner geblieben und schaut mindestens zweimal in der Woche in Wolfsburg vorbei. Worüber sich die Leute vom Ost bei der Jubiläumsfeier besonders freuten: Mitglieder des ersten Aktionsrats kamen zur Party und überreichten das handschriftliche Gründungsprotokoll von 1978.

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