10. Juni 2014
Menschen

Das teuerste Schadenjahr

Naturereignisse verhagelten der Öffentlichen Versicherung dennoch nicht die Bilanz.

Tennisball große Hagelkörner richteten im Juli 2013 große Schäden an. Foto: Getty Images

Von Martina Jurk, 11. Juni 2014.

Braunschweig. Das vergangene Jahr war für die Öffentliche Versicherung Braunschweig das teuerste Schadenjahr überhaupt: 229 Millionen Euro. Allein Hagel, Sturm und Überschwemmungen kosteten den Versicherer rund 38 Millionen Euro.

11 000 Schäden habe allein der Hagel im Juli 2013 in der halben Stunde, in der er niederprasselte, verursacht. Noch immer seien nicht alle Schäden beseitigt. Mehrere Zehntausend seien weitestgehend behoben. „Ein Ereignis, das alle 80 bis 100 Jahre eintritt“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Doering bei der Bilanzpressekonferenz.
Er gehe davon aus, dass so etwas nicht gleich wieder passiere, wenn aber, sei die Öffentliche in der Lage, das auch in den nächsten drei Jahren ebenso abfedern zu können wie 2013. Dass ein gutes Betriebsergebnis trotz der Schäden aus Naturereignissen erzielt werden konnte, habe an der wirksamen Rückversicherungsstrategie und den guten Kapitalanlageergebnissen gelegen.
Das Ergebnis nach Steuern und vor Beitragsrückerstattung liegt mit 24 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Der Umsatz, also die Beitragseinnahmen der Unternehmensgruppe, konnte mit 433,7 Millionen Euro um 2,1 Prozent beziehungsweise 9,1 Millionen Euro sogar gesteigert werden. Michael Doering wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit hin, Gebäude gegen Elementarschäden zu versichern. Das seien mehr als Schäden durch Erdbeben und Vulkanausbrüche, sondern auch durch Hagel, Sturm und Überschwemmungen. Die Versicherung koste nicht viel, sichere aber im Schadenfall die Existenz.
Wie alle Versicherer hat auch die Öffentliche mit der Niedrigzinsentwicklung zu kämpfen, die, wie Doering feststellte, keine kurze Phase gewesen sei, sondern inzwischen seit Jahren anhalte. „Wir befinden uns in rauer See“, sagte Vorstand Knud Maywald, der dennoch mit 2013 sehr zufrieden ist. Mit einer Nettorendite in Höhe von 5,5 Prozent bei der Sachversicherung und 4,3 Prozent bei der Lebensversicherung seien erneut hohe Kapitalanlageergebnisse erzielt worden.
„Die Öffentliche konnte aufgrund ihrer strategisch klugen Aufstellung der Kapitalanlagen und der über dem Marktdurchschnitt liegenden Aktienquoten deutlich stärker als Wettbewerber von der Kapitalmarktentwicklung profitieren“, erläutert Maywald das Ergebnis, von dem auch die Kunden durch hohe Beitragsrückerstattungen profitieren würden.
Aktuell beschäftigt die Öffentliche das gerade von der Bundesregierung beschlossene Lebensversicherungsreformgesetz, nachdem der Garantiezins für neue Kapitallebensversicherungen als Form der Altersvorsorge von 1,75 auf 1,25 Prozent sinkt. Vor Jahren garantierten Versicherer vier Prozent.
Knud Maywald rät Kunden, alte Verträge zu halten, als sie übereilt zu kündigen, weil die Garantieverzinsung erhalten bliebe.
„Die Öffentliche hält am klassischen Modell der Lebensversicherung mit Garantieverzinsung fest“, betonte Vorstandsvorsitzender Michael Doering.

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