Deftige Reden und rustikales Essen

Das Hallerkuchenessen der SPD im Schöninger Schloss war wieder gut besucht

Ohne fleißige Helferinnen beim Hallerkuchenessen geht es nicht: Anne Werner (Zweite von rechts) unterstützt bei der Ausgabe an den Tischen. Foto: Werner Gantz

Von Werner Gantz, 20.02.2018

Schöningen. Zum 34. mittelalterlichen Hallerkuchenessen mit frischer Landwurst und in historischer Schlossumgebung hatte die Sozialdemokratische Partei Deutschland, Ortsverein Schöningen, wieder am Aschermittwoch eingeladen. Die Tische im Pallas waren festlich dekoriert und in Kerzenlicht getaucht.
„Wir wollen erneut gemeinsam das Kulturgut feiern“, sagte der Vorsitzende Rolf-Dieter Backhauß in seiner Begrüßung und wies auf die Wichtigkeit dieser Veranstaltung im Jahresverlauf der SPD und auf das Brot hin.

Ursprünglich war Hallerkuchen nur in Orten mit Salzvorkommen wie Lüneburg, Halle und Schöningen bekannt. Die Zubereitung lässt eine Verbindung zum Salz vermuten. So geht man davon aus, dass das Salz (historische Bezeichnung Hall, Salz im Rohzustand) dem Hallerkuchen seinen Namen gab. Es wird angenommen, dass die Mitarbeiter in den Salinen den mitgebrachten Teig auf der heißen Salzpfanne für ihre Arbeitspausen frisch backten. „Die Rezepte werden von den Schöninger Bäckern immer noch gehütet“, führte der Vorsitzende als Information für alle Neulinge aus. Dazu gab es bekanntes Braunschweiger Bier und Helmstedter Doppelkorn.
Wer waren die rund 300 Teilnehmer? Die Sozialdemokraten waren überwiegend unter sich, weil es im Landkreis noch einige wichtige Veranstaltungen gab. Neben den Grußwortrednern wurden die Bürgermeister der umliegenden Gemeinde begrüßt und auch sogleich die „GroKo“ als Zweckehe angesprochen. Das soll es auf dem Dampfer nicht mehr geben: Die CDU auf dem Sonnendeck und die SPD im Maschinenraum.
Nicht wie in den Vorjahren, gab es wenig launige Reden. Niedersachsens Kulturminister Grant Henrik Tonne schloss nach der Vorstellung seiner Ressorts im Landtag in Bezug auf den Abend mit der Bemerkung und Empfehlung: „Feste feiern ist besser als feste arbeiten.“ Kurz fasste sich auch konservativ der ehemalige Ministerkollege (Finanzen) Jürgen Schneider. Einen ausführlichen Vortrag hielt der Autor, Poetry Slammer und Moderator Dominik Bartels aus Helmstedt und durchleuchtete dabei so manches des Alltags. So ließ er die Politik auch nicht aus. „Die Grünen sind angehauchte Schwarze“, meinte er und stellte in seinem zweiten Teil die Digitalisierung auf den Kopf.
Schließlich ist der Schluss immer Siegfried Pause vorbehalten. Darauf warten die Insider. In seinem Vortrag nahm er sich den Fußball und die große Politik aufs Korn. „Die Lage wird besser, wenn die in Berlin auch Hallerkuchen essen“, so sein Fazit.

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