„Der 12.Mann“ begeisterte Eintrachtfans | Neue Braunschweiger
7. Juni 2015
Sportliches

„Der 12.Mann“ begeisterte Eintrachtfans

Die Premiere der Dokumentation über das Leben von vier Fußballanhängern mit Kurvenmutti Christel war ausverkauft.

Viel Lob gab es für die Hauptdarsteller und den Regisseur des Films. Foto: Pause

Von Jonas Dräger, 07.06.2015.

Braunschweig. Am Freitagabend feierte die Dokumentation „der 12. Mann“ von Regisseur Florian Quanz im C1-Cinema Premiere. Die ausverkaufte Vorstellung entwickelte sich zu einer Berg- und Talfahrt durch das Leben vier verrückter Fußballanhänger.

Viele Lacher, große Emotionen und traurige Momente. Der Kinofilm „Der 12. Mann“ feierte eine gelungene Premiere im größten und ausverkauften Kinosaal des C1 und gab Einblicke in das Fan- und Privatleben mehrerer echter Originale. Auch Theaterleiter Frank Oppermann musste gestehen, dass er eine derartige Stimmung während einer Vorstellung noch nicht erlebt hatte. Kurvenmutti Christel erlaubte sich sogar noch einen Seitenhieb. „Jetzt sind sie platt, dass wir Fußballfans ihren Saal vollbekommen haben“, scherzte sie nach der Veranstaltung. Mit stehenden Ovationen hatten rund 630 Besucher, viele in blau-gelb, die vier Protagonisten mehrere Minuten auf der Bühne gefeiert.
So konnte Schalke-Fan „Trompeten-Willi“ die Zuschauer durch seine ehrliche und direkte Art begeistern, während Dortmund-Fan Hans-Jürgen „Itze“ Schwerz viele Lacher erntete, da ihm der Trouble bei der Dortmunder Meisterfeier 2012 zu viel wurde und er sich lieber zurück auf seine Couch verzog. Der Mainzer Anhänger Detlef Kühn war allein schon durch seine auffällige Gesichtsbemalung zu erkennen und sorgte für den emotionalsten Moment des Kinoabends.
Und dann war da noch Kurvenmutti Christel, die es sich auch an diesem Abend nicht nehmen ließ, vor dem Saal mit ihrer Spendenbüchse Geld zu sammeln, um einem behinderten Eintrachtfan den Kauf einer Dauerkarte zu ermöglichen. Stadionführung, Großeinkauf für die Fans im Sonderzug und sogar bei der Aufstiegsfeier war das Filmteam an der Seite der 70-Jährigen. Christel blieb authentisch und stellte fest, dass sie doch viel lieber mit ihren Fans im Stadion stehe, als vor vielen Leuten im Kino aufzutreten. Ganz in ihrem Element ermahnte sie auch gleich Regisseur Florian Quanz, sie doch bitte nicht zu viel zu loben, das wäre ihr unangenehm.
Quanz gab vor allem den Braunschweiger Fußballfreunden noch etwas auf den Weg. „Ihr habt hier etwas so Tolles geschaffen, während es an anderen Orten nur noch ums Geld geht und kaum um die Fans. Kämpft dafür, diesen Stellenwert zu erhalten“, sagte er abschließend und erntete tosenden Applaus. Und während Trompeten-Willi vor dem C1 noch ein Ständchen zum Besten gab, verabschiedeten sich Filmcrew und Darsteller gemeinsam in das Braunschweiger Nachtleben.
Die Dokumentation wird noch eine Weile im C1 laufen. Eintracht-Fans, Cineasten und Interessierte haben täglich die Möglichkeit, eine Vorstellung zu besuchen.

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