Der Einkaufsbummel als Erlebnis | Neue Braunschweiger
21. März 2021
Politik

Der Einkaufsbummel als Erlebnis

AAI will Anreize schaffen, damit der Innenstadtbesuch attraktiv bleibt

Mehr Grün, mehr Sitzgelegenheiten: Das ist der Wunsch vom AAI, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. So könnte es aussehen. Animation: Stauth-Architekten, Braunschweig

Innenstadt (mak). Schon vor Corona hat es der stationäre Innenstadthandel mit der Konkurrenz aus dem Internet zu tun bekommen. Die Corona-Pandemie aber hat diese Entwicklung noch verstärk. Selbst wer bislang zurückhaltend war, hat in den Wochen des Lockdowns online bestellt – eine Wahl gab es nicht. Die Braunschweiger Kaufmannschaft aber stemmt sich gegen den Trend und hat viele Verbündete, die sich ebenfalls der Stadt Braunschweig verbunden fühlen, an ihrer Seite.

Der Arbeitsausschuss Innenstadt hat sein Positionspapier auf den Tisch gelegt, um den Attraktivitätsverlust der Innenstadt, den so genannten „Trading-Down-Effekt“ als Folge von Leerstand abzuschwächen.
So sollen ein Leerstandsmanagement sowie Zwischen- und Nachnutzungskonzepte dabei helfen, die Innenstadt neu zu beleben. Auch Veranstaltungen wie das Stadtsommervergnügen können, so der AAI, Anreize schaffen und Besucherinnen und Besuchern in die Innenstadt locken. „Es zeichnet sich ab, dass Menschen die Innenstädte nicht nur für einen Einkaufsbummel besuchen. Sie kommen vor allem aufgrund der Aufenthaltsqualität und um etwas zu erleben“, sagt Dr. Nicolas Petrek, einer der Impulsgeber der Initiative. „Daher fordern wir unter anderem Maßnahmen, die innerstädtische Straßenzüge und Plätze als Bühne für Kunst, Kultur und Gastronomie begreifen und so zur Verbesserung des Innenstadterlebnisses beitragen.“

Die Diskussion um mehr Grün in der Innenstadt und mehr Sitzmöglichkeiten außerhalb der gastronomischen Angebote, die Cafés und Restaurants im Freien vorhalten, ist nicht neu. Jetzt bekommt sie durch das vom Arbeitsausschuss Innenstadt vorgelegte Diskussionspapier neuen Schwung. Ideen, wie sie in der Vergangenheit mit dem mobilen „grünen Zimmer“ aufgegriffen worden waren, kamen bei den Braunschweigern gut an und waren obendrein schön anzusehen. Daran soll angeknüpft werden, wobei die Fäden bei einem Ansprechpartner zusammenlaufen sollen. Mit ins Boot gehören für den AAI die Quartiersmanager (wo es sie schon gibt). Wo diese Stelle noch nicht geschaffen sind, wären sie jetzt zum Lückenschluss wünschenswert.

Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung unterstützen den stationären Handel mit einem kostenlosen Terminbuchungstool. Mit dem Modul SaaS können lokale Händler, Dienstleister sowie Kultureinrichtungen ihre Terminangebote koordinieren. Kundinnen und Kunden können so unkompliziert das breite Angebot Braunschweigs nutzen und ihren Wunschtermin buchen. Neun Betriebe nehmen schon teil und sind unter www.braunschweig.de/buchen-und-besuchen zu finden. Wer Interesse an der Nutzung des Moduls hat, kann sich dort zudem dafür anmelden und die eigene Kalenderübersicht verwalten.

Für den Einkauf im Bekleidungsgeschäft, den Museumsbesuch oder die Beratung im Fachhandel – wer derzeit die Angebote der von den Schließungen betroffenen Einzelhandelsbetriebe sowie Kultureinrichtungen vor Ort wahrnehmen möchte, muss laut aktueller niedersächsischer Verordnung vorher einen Termin vereinbaren – und seit einer erneuten kurzfristigen Änderung auch die Kontaktdaten erfassen. Für eine sechsmonatige Pilotphase kann dafür das Terminbuchungsmodul kostenlos genutzt werden. „Wir lassen die regionalen Betriebe mit der Umsetzung der jeweils geltenden Vorgaben nicht alleine, sondern möchten sie weiterhin bei der Aufrechterhaltung ihrer Geschäftsfähigkeit unterstützen. Das ist mit Blick auf die zunehmende Verwirrung, die das Land mit seinen Verordnungen stiftet, auch nötig“, sagt Gerold Leppa, Geschäftsführer von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung.

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