Der Eintracht-Kader soll umgebaut werden | Neue Braunschweiger
9. Juli 2020
Sport

Der Eintracht-Kader soll umgebaut werden

Vollmann: „Kader für die zweite Liga nicht konkurrenzfähig“ – Bleiben Pfitzner, Nkansah, Pourié und Biankadi?

Zwei Schlüsselspieler: Martin Kobylanski (links) mit Marvin Pourié. Foto: Hartmut Boesenerimago images

Braunschweig. Nach dem Aufstieg kündigte Eintracht-Sportdirektor Peter Vollmann Umbaumaßnahmen im aktuellen Kader an. Sieben bis acht Neuzugänge sollen ihre Zelte in der neuen Spielzeit an der Hamburger Straße aufschlagen, gleichzeitig soll die Kadergröße von aktuell 29 Spielern reduziert werden. Die NB beleuchtet die aktuelle Kadersituation der Aufstiegsmannschaft.

Tor: Zwischen den Pfosten haben die Löwen keinerlei Handlungsbedarf. Aufstiegskeeper Marcel Engelhardt (Vertrag bis 2021) wird als Nummer Eins in die neue Saison gehen, daneben gibt es mit Jasmin Fejzic (2021) einen routinierten und mit Yannik Bangsow (2021) einen entwicklungsfähigen Vertreter, während Roman Birjukov den Verein verlassen wird.

Abwehr: Zwar zeigte sich die Defensive im Aufstiegskampf weitestgehend sicher, sah sich oft aber auch heftigen Druckphasen ausgesetzt. Eine Klasse höher benötigen die Löwen deshalb noch mehr Größe, Handlungsschnelligkeit und Sicherheit im Aufbauspiel. Steffen Nkansah dürfte trotz auslaufendem Vertrags gute Chancen auf eine Verlängerung haben, nachdem er sich in den Spielen ohne Zuschauer als Rückhalt entpuppte und wichtige Tore markierte. Bei Robin Becker wirkte sich die Hängepartie um seine Vertragsverlängerung spürbar auf seine Leistungskurve aus, sodass ein Verbleib mehr als fraglich erscheint. Auch ein Abschied von Robin Ziegele (2021) oder Felix Burmeister (2021) erscheint angesichts der Kadergröße denkbar. Gleiches könnte auf der linken Seite für Lasse Schlüter (2021) gelten, falls „Dauerbrenner“ Niko Kijewski (2021) seine gute sportliche Entwicklung fortsetzt und die Löwen nicht mehr dauerhaft rotieren müssen. Auf der rechten Seite bleibt Vizekapitän Benjamin Kessel wohl gesetzt, während der Verbleib von Alfons Amade wohl ausgeschlossen und der von Kevin Goden offen ist. Letzter gilt bei seinem aktuellen Arbeitgeber 1. FC Nürnberg als chancenlos und könnte bei den Löwen eine Perspektive besitzen. Kaum Einsatzchancen hat hingegen Nick Otto (2021/bislang an SSV Jeddeloh II ausgeliehen).

Mittelfeld: In der defensiven Zentrale herrscht trotz des Abgangs von Stephan Fürstner dichtes Gedränge. Neben Kapitän Bernd Nehrig (2021) gehen auch Danilo Wiebe (2021) und Patrick Kammerbauer (Leihe bis 2021), deren Verträge sich automatisch um ein weiteres Jahr verlängert haben, mit in die zweite Liga. Eintracht-Legende Marc Pfitzner („Ich bin fit wie ein Turnschuh“) möchte ebenfalls noch ein Jahr dranhängen. Auch Leon Bürger hat nach guten Auftritten wieder eine Perspektive; eine Vertragsverlängerung mit anschließender Leihe gilt hier als ein mögliches Szenario. Yari Otto (2021) hat als flexible Allzweckwaffe ebenso noch Vertrag wie Aufstiegsgarant Martin Kobylanski (2022), für den die Löwen nach seiner Leistungsexplosion lukrative Angebote erhalten könnten.

Sturm: Im Sturm dürften alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um Zielspieler Marvin Pourié zu halten. Zwar ließ der Verein die mit einer siebenstelligen Summe versehene Kaufoption aus der Prä-Corona-Zeit verstreichen, könnte aber demnächst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Kaum Chancen auf einen Verbleib haben Orhan Ademi (2021) und Nick Proschwitz (2021). Obwohl das Duo immerhin sieben Treffer zum Aufstieg beisteuerte, reichen die gezeigten Leistungen eine Liga höher nicht aus. Auf den Flügelpositionen darf man, sofern finanziell darstellbar, von einem Verbleib Merveille Biankadis ausgehen, der seine Klasse genauso wie Marcel Bär dauerhaft unter Beweis stellen konnte. Fast ausgeschlossen ist hingegen, dass mit Mike Feigenspan (2021), Manuel Schwenk (2021) und Leandro Putaro (2021) auch alle drei Backups weiter für Eintracht auflaufen.

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