Der jüngste Prinz aller Zeiten | Neue Braunschweiger
12. November 2013
Menschen

Der jüngste Prinz aller Zeiten

Das Dreigestirn der Stadt (Mitte v.l.): Bauer (Peter Nessel), Prinz Nils der Erste (Nils Heike) und Till (Jan Dyczka) mit den Präsidenten der drei Braunschweiger Karnevalgesellschaften Hans-Peter Richter (MKG, li.), Bernd Ratayczak (BKG, 2.v.r.) und Karsten Heidrich (KVR, r.). Foto: Nielsen

Karnevalisten eröffneten die Session 2013/14 und übernahmen das Zepter in der Stadt. Von Martina Jurk, 13.11.2013.
Braunschweig. Mit Nils Heike hat Braunschweig den jüngsten Karnevalsprinzen aller Zeiten. Am Montag (11.11.) wurde der 25-Jährige als Nils der Erste in der Dornse des Altstadtrathauses proklamiert – damit begann für die Narren offiziell die fünfte Jahreszeit.

Seine Regentschaft dauert bis Aschermittwoch im nächsten Jahr. „Ich freue mich, dass ich den Karneval in Braunschweig auch über die Stadtgrenzen hinaus repräsentieren kann“, sagte der Prinz bei „Amtsantritt“ und betonte: „Ich bin ein Förderer der Freude, des Frohsinns und der Heiterkeit.“ Zusammen mit Till (Jan Dyczka von der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872) und Bauer (Peter Nessel von der Mascheroder Karnevalgesellschaft) bildet der Prinz, Symbolfigur der Karneval-Vereinigung der Rheinländer, das Dreigestirn der Stadt Braunschweig.

Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann lobte bei der feierlichen Proklamation ausdrücklich die intensive Arbeit, die die Karnevalisten das ganze Jahr über leisten, um ihre Session mit zahlreichen Veranstaltungen vorzubereiten, an erster Stelle den Karnevalszug. „So etwas in Norddeutschland hinzubekommen, ist nicht einfach“, meinte der Oberbürgermeister.
Dass es in Berlin aus finanziellen Gründen keinen Karnevalsumzug mehr geben wird, war natürlich Gesprächsthema an diesem Vormittag. Für die Berliner sei Braunschweig von der Entfernung her nun die nächste große Karnevalshochburg. „Feiert mit uns, es lohnt sich“, lud Gert Hoffmann die Hauptstädter ein. Am 2. März schlängelt sich der Schoduvel durch die Braunschweiger Innenstadt – der größte Karnevalszug Norddeutschlands. „Ich bin überzeugt, dass der Schoduvel ein Meer in Blau und Gelb mit Tausenden friedlichen Fans wird“, spielte der Präsident der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft (BKG) Bernd Ratayczak auf das Fußball-Derby Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 drei Tage zuvor an.

Die Narren setzten ihre Kappen auf und legten ihre Orden an. Danach marschierte das Kinderprinzenpaar mit Prinzessin Carolin I. und Tollität Jeremy I., begleitet von Kindertill Maximilian (alle BKG), ein.
Der abgesagte Karnevalsumzug in Berlin beschäftigte auch den Präsidenten des Karneval-Verbands Niedersachsen. „Das ist keine schöne Entwicklung. Wir müssen dafür sorgen, dass das nicht auch woanders Schule macht“, mahnte Karl-Heinz Thum. Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann freute sich über einen so jungen Prinzen: „Um den karnevalistischen Nachwuchs müssen wir uns also keine Sorgen machen. Das tut Braunschweig gut.“ Schließlich übergab er Rathausschlüssel und Stadtsäckel an die Karnevalisten. Die dritte Karneval-Insignie, die Flüstertüte, sei nach dem letzten Schoduvel abhanden gekommen, entschuldigte sich der Oberbürgermeister.
Das Komitee Braunschweiger Karneval veranstaltete für die Braunschweiger Bevölkerung traditionell auf dem Kohlmarkt ein großes karnevalistisches Biwak zu Ehren des frischgekürten Prinzen. Als erste Amtshandlung stach dieser das Fass mit dem Prinzensud an.

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