10. November 2021
Verkehr

Der NB-Alltagscheck: Mit sicherem Gefühl und Spaß unterwegs

Der Subaru Forester E-Boxer beweist sich im Test – Allradkombi mit vielen Qualitäten

Durfte sich beim NB-Autotest  zwar nicht als Offroader beweisen, aber dafür im Gelände markant in Szene setzen: der Subaru Forester E-Boxer. Foto: Stefanie Druschke

Mein erster Eindruck, als ich in den Subaru Forester E-Boxer einsteige: wirklich edel. Es ist allerdings auch die Premium-Variante, die ich Probe fahren darf, der mir anvertraute „Förster“ (engl. Forester) hat sich fein gemacht und kommt in schicker Lederausstattung zu unserem ersten Date.

Das sieht nicht nur sehr gut aus, sondern fühlt sich auch so an. Ich sinke in den Fahrersitz und stelle mir alles passend ein. Wirklich praktisch: Das Fahrzeug verfügt über ein Fahrerkennungssystem, in dem bis zu fünf Profile angelegt werden können. Die Cockpitkamera erkennt die Fahrerin oder den Fahrer und automatisch bringt das System Sitze und Spiegel in die gespeicherte Position. Zudem schlägt das Eyesight-Sicherheitssystem sofort Alarm, wenn die Person am Steuer müde oder unkonzentriert scheint oder den Blick von der Straße abwendet.
Ein bisschen unübersichtlich, weil ziemlich überfrachtet, finde ich das Multifunktionslenkrad. Hier bräuchte ich definitiv eine längere Eingewöhnungszeit, um mit schlafwandlerischer Sicherheit auf Anhieb immer die richtigen Schalter und Hebel zu bedienen.

Ich lasse den Motor an und der satte Sound ruft in Erinnerung: Auch wenn der Forester das „E“- im Namen führt – die Motorisierung ist in erster Linie ein Benzinboxer – kombiniert mit einem Elektromotor, der den Antrieb unterstützt und Benzin sparen soll. Mildhybrid nennt Subaru dieses System.
Auf der Autobahn in Richtung Harz zeigt sich, dass der Forester mich nicht unbedingt spritzig, aber trotzdem flott voranbringt. Da ich ohnehin lieber gemütlich als rasant unterwegs bin, lasse ich die ganz sportlichen Autofahrer gern vorbeiziehen. Die Lenkung des Wagens ist leichtgängig, die stufenlose Automatik komfortabel und unkompliziert. Ich habe (Fahr-)Spaß und erfreue mich an der Strecke durch den Wald und die herbstliche Natur.
Als wäre er für die Testfahrt bestellt geht plötzlich ein Platzregen herunter, der mich in manchem anderen Fahrzeug an den Straßenrand getrieben und zum Abwarten genötigt hätte. Nicht so im Forester. Die Scheibenwischer sorgen weiterhin für passable Sichtverhältnisse, der Wagen liegt trotz der Wassermengen sicher auf der Straße und ich fühle mich gut aufgehoben.

Vermutlich liegt es an der Strecke, die ich mir ausgesucht habe: Ich bin im Ostharz unterwegs, die ein oder andere Straße befindet sich offenbar noch in einem sozialistischen Vor-der-Wende-Zustand: Es fehlen zum Teil Fahrbahnmarkierungen oder sie sind unterbrochen. Und so wähnt mich mein auf Sicherheit bedachter Begleiter des Öfteren aus der Spur geraten, obwohl dem nicht so ist. Nun denn, ich werde lieber einmal umsonst gewarnt, als zu wenig.

Der Forester wurde so konstruiert, dass er auch auf schlechten Wegen und abseits der Straßen ein entspanntes Fahren ermöglicht. Ich kann ihm in Ermangelung geeigneter (und erlaubter) Teststrecken keine Gelegenheit geben, sich im Gelände zu beweisen. Dafür teste ich seine praktische Seitenkamera im rechten Außenspiegel beim Wenden und Einparken. Eine gute Orientierungshilfe mit der man den Radeinschlag stets im Blick hat. Erwähnenswert auch die hohe Anhängelast von bis zu zwei Tonnen. Ich könnte problemlos einen Pferdeanhänger oder einen Wohnwagen mitführen – so ich denn dergleichen hätte.

Es sind kleine Annehmlichkeiten, die mir Freude bereiten. Das Verbinden des Smartphones mit dem Infotainment-System funktioniert super einfach, intuitiv und ohne Blick in die Bedienungsanleitung. Der Forester legt, wenn er abgeschlossen wird, automatisch „die Ohren“ (Außenspiegel) an. Vor dem Verlassen des Fahrzeugs erinnert er mich daran, dass ich auf den Rücksitz schauen soll: So kann ich meine Tasche, die ich dort abgelegt habe, nicht vergessen. Der Kofferraum öffnet und schließt sich bequem und wie von Zauberhand auf Knopfdruck und das große elektrische Panoramadach lässt eine ordentliche Portion Herbstsonne herein.

Wenn ich ihn schon nicht abseits der Straßen fahren kann, so will ich den Offroader wenigstens stilecht präsentieren: Als nach dem heftigen Schauer die Sonne wieder herauskommt und plötzlich sagenhafte Lichtverhältnisse herrschen, biege ich von der Bundesstraße schwungvoll in einen Feldweg ein und platziere den Allradkombi am Ackerrand. Die Sonne strahlt und vor dunklen schweren Wolken zeichnet sich plötzlich ein Regenbogen ab. Spektakulärer lässt sich der Wagen nicht in Szene setzen…

Technische Daten: 
Subaru Forester 2.0ie Platinum

Länge x Breite x Höhe:
4,63 x 1,82 x 1,73 Meter
Radstand:
2,67
Meter
Leergewicht:
je nach Version 1656 – 1692 kg
Zuladung:
493-529 Kilogramm
Kofferraumvolumen:
509 – 1751 Liter
Max. Anhängelast:
2070/750 kg (gebr./ungebr.)
Spurweite vorn/hinten:
1565/1570 mm
Minimale Bodenfreiheit:
220 mm
Minimaler Wendekreis:
11,6 Meter
Motor:
4-Zylinder-Boxer, 16V
Hubraum:
1995 ccm
Maximale Leistung:
110 kW/150 PS
Maximales Drehmoment:
194 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit:
188 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h:
11,8 Sek.
Verbrauch:
kombiniert 6,7 Liter
CO2-Emmissionen:
kombiniert 154 g/km
Effizienzklasse:
B
Abgasnorm:
Euro 6d-ISC-FCM
Basispreis:
43.490 Euro
Testwagenpreis:
44.080 Euro (Metallic-Lack)

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