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Der Scala soll an die Spitze der Kompaktklasse klettern

Vorstellung: Škoda hat einen Nachfolger für den Rapid auf den Markt gebracht – Selbstbewusster Auftritt in der Golf-Klasse

Barockes Ambiente für ein topmodernes Kompaktauto – Schloss Richmond und Škoda Scala. Fotos: Konrad

Auch wenn derzeit fast jeder dritte Neuwagen ein SUV ist, können die Hersteller das Segment der Kompaktklasse natürlich nicht verwaisen lassen. Škoda – bei den SUV mit Karoq, Kodiaq und bald Kamiq ohnehin bestens aufgestellt – setzt deshalb im Golf-Segment auf Angriff. Seit wenigen Wochen ist der Scala (lat. Treppe/Leiter) auf dem Markt. Das Versprechen: Neue Standards in Sachen Technologie, Sicherheit und Design in dieser Klasse – eben auf der Entwicklungsleiter einige Stufen nach oben. Das schauen wir uns an.

Trotz des auf meine Körpergröße von 1,87 Meter eingestellten Fahrersitzes bleibt mir dahinter eine riesige Beinfreiheit.

 

Schon kurze Zeit, nachdem wir mit unserem Scala bei Beyerlein vom Hof rollen verfestigt sich ein Eindruck von gelungenem Innendesign. Ein sehr aufgeräumtes Bedienfeld und ein großer, frei stehender Bildschirm für die Infotainment-Abteilung sowie edle, aber auch aufpreispflichtige Sitze in Microfaser-Leder-Kombination fügen sich gut zusammen. Lediglich das Plastik an Armaturenbrett und Türverkleidung gibt es im Volkswagen-Konzern auch mal geschmeidiger. Auf dem Bildschirm verschaffen wir uns einen ersten Überblick, was der Scala so zu bieten hat. Die wechselseitig orange leuchtenden Lampen an den Außenspiegeln sind bereits aufgefallen und signalisieren jedes Mal, dass sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Das funktioniert übrigens auch beim Abbiegen mit Radfahrern. Toll!

Der geräumige Kofferraum könnte ohne Probleme vier Getränkekisten aufnehmen oder fast 100 Liter mehr als ein Golf.

 

Daneben gibt es Spurhalteassistent, Frontradarassistent mit City-Notbremsfunktion, Ausparkassisstent, Parklenkassistent inklusive Parksensoren vorn und eine Rückfahrkamera. Ich bin nicht sicher, ob wir alle Assistenten gefunden haben, aber der Scala hat ja damit schon mehr Unterstützer als freie Sitzplätze.

Scharf geschnittene LED-Scheinwerfer.

 

Derart behütet (die Fülle der Sicherheits- und Assistenzsysteme sind in der Kompaktklasse eher unüblich) geht die Fahrt weiter. Mit der Kombination von 7-Gang-Automatik und 150-PS-Benziner lässt sich der Škoda in der Stadt entspannt bewegen und hat auf der Autobahn die nötigen Reserven, um auch einmal überholen zu können. Gleitet der Scala entspannt dahin, schalten sich unbemerkt (außer, dass im Display „2-Zylinder-Modus“ steht) zwei Zylinder ab und das Auto spart Sprit. So kommen wir auf einen Normverbrauch von fünf Litern, der aber in der Praxis – wie bei jedem anderen Auto auch – eher nicht zu erreichen ist.

Der Scala im 2-Zylinder-Modus: Bei Fahrt mit geringer Last schaltet der Motor zwei von vier Zylindern ab, um Kraftstoff zu sparen.

 

Zeit für eine Pause, um den Scalaweiter zu entdecken. An der Front dominieren die scharf geschnittenen LED-Scheinwerfer das Bild, die Karosserie des Schrägheckmodells fällt sanft nach hinten ab. Der tiefschwarze Lack und die schicken Felgen runden das gelungene Erscheinungsbild ab. Nicht so pompös und extrovertiert wie die berühmte Mailänder Scala – um den Namen des Škoda anders zu deuten, aber mindestens so elegant und facettenreich wie unser schönes Schloss Richmond.

Für 50 Euro gibt es zwei USB-Steckdosen für die Rücksitzbank.

 

Der Scala ist das erste Škoda-Modell auf dem Modularen Querbaukasten MQB-AO des Volkswagen-Konzerns (wie der Polo). Und die pfiffigen Entwickler holten aus dieser Vorgabe wieder alles raus – insbesondere beim Raumangebot. Die Beinfreiheit auf der Rücksitzbank entspricht exakt der des klassenhöheren Octavia. Und trotzdem liegt das Kofferraumvolumen weit über Golf-Niveau.

Was bleibt da unter dem Strich? Der Tipp an alle, die noch nicht dem SUV-Fieber verfallen sind und ein modernes, alltagstaugliches Auto haben möchten, den Škoda Scala mit auf die Suchliste für den nächsten Autokauf zu setzen.

 

Technische Daten

Škoda Scala 1.5 TSI Style

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,36 x 1,79 x 1,47

Radstand (m): 2,65

Motor: TSI, R4-Turbo-Benzin-Motor mit Start-Stopp-System und Rekuperation

Getriebe: DSG 7-Gang-Automatikgetriebe mit Tiptronic Funktion

Hubraum: 1498 cm3

Leistung: 110 kW/150 PS

Max. Drehmoment: 250 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h

Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,2 Sek

Verbrauch (komb.): 5 Liter/100 km

CO2-Emissionen: 113 g/km

Effizienzklasse: B

Leergewicht/Zuladung: 1265 kg / max. 582 kg

Kofferraum: 467 bis 1410 Liter

Max. Anhängelast: 1250 kg

Basisversion: 21 450 Euro

Preis Testwagen: 27 200 Euro zzgl. ca. 2600 Euro Extras

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