31. Mai 2021
Buntes

Der Zoll als Motor der Wirtschaft

1,6 Milliarden Steuereinnahmen im Bezirk Braunschweig – Und: Kampf gegen Schwarzarbeit

2020 prüften die Zoll-Beschäftigten an den Standorten Göttingen, Braunschweig und Hildesheim insgesamt 725 Arbeitgeber. Foto: FKS/Zoll Braunschweig

Braunschweig (obi). Mehr als 1,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen, über vier Millionen abgefertigte Warensendungen und ein aufgedeckter Schaden von 6,6 Millionen Euro durch Schwarzarbeit – das Hauptzollamt Braunschweig hat eine eindrucksvolle Bilanz für das Jahr 2020 vorgelegt.

565 Zöllnerinnen und Zöllner sind täglich im Einsatz, um Steuereinnahmen zu sichern. „Doch auch unsere Arbeit hat sich durch die Corona-Pandemie verändert. Der weltweite Wirtschaftseinbruch hat sich auf den Warenverkehr und damit auch auf die Steuereinnahmen ausgewirkt. Wir mussten unsere Beschäftigten vermehrt ins Homeoffice schicken und Hygienekonzepte entwickeln, damit unsere Kontrollen weiterhin stattfinden konnten. Das hat Flexibilität und eine technische Weiterentwicklung gefordert, die uns aber auch zukünftig zu Gute kommen wird“, erklärte Regierungsdirektorin Regine Andreas, Leiterin des Hauptzollamtes Braunschweig.

Die größte Einnahmequelle bildete die Einfuhrumsatzsteuer, die für den Import von Waren erhoben wird, mit fast 900 Millionen Euro. Die eingenommenen Verbrauchsteuern, von denen die Stromsteuer mit über 225 Millionen den höchsten Anteil ausmachte, beliefen sich auf über 460 Millionen Euro. Die erhobene Kraftfahrzeugsteuer betrug über 221 Millionen Euro. In dem rund 9 300 Quadratkilometer großen Bezirk des Hauptzollamtes Braunschweig mit seinen sechs Zollämtern in Braunschweig, Goslar, Göttingen, Helmstedt, Hildesheim und Wolfsburg wurden insgesamt 4 171 817 Warensendungen abgefertigt. Das entspricht noch mal zwölf Prozent mehr Einfuhren als im Jahr 2019, in dem bereits ein Anstieg um 80 Prozent verzeichnet worden war.

725 Arbeitgeber wurden auf Schwarzarbeit überprüft. Neben dem Baugewerbe wurden vor allem Speditions-, Transport- und Logistikunternehmen sowie das Reinigungsgewerbe kontrolliert. Zudem wurde ein weiterer Schwerpunkt gelegt: Die Kontrolleure nahmen eine besondere Form der organisierten Schwarzarbeit ins Visier, bei denen die Täter durch unübersichtliche Firmengeflechte versuchen, die Schwarzlohnzahlungen über Scheinrechnungen zu verschleiern.
Über 175 000 neue Vollstreckungsverfahren hatten die Bediensteten der Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts zu bearbeiten. Die Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 27 Prozent gesunken. Ursächlich hierfür ist die Corona-Pandemie. Diese hat dazu geführt, dass Gläubigerbehörden, wie die Bundesagentur für Arbeit, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften, ihre rückständigen Forderungen vielfach gestundet beziehungsweise Zahlungen aufgeschoben und nicht zur Vollstreckung an die Hauptzollämter übersandt haben. Dennoch wurden über 65 Millionen Euro beigetrieben.

Nachwuchs willkommen

Das Hauptzollamt Braunschweig stellt zum 1. August 2022 Nachwuchskräfte für den mittleren und gehobenen Zolldienst ein. Bewerbungsschluss ist der 15. September 2021. Ansprechpartnerin: Sandra Wichmann Telefon: 0531/3809-405 E-Mail:bewerbung.hza-braunschweig.de.

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