14. Oktober 2021
Tipps

Die Allradlegende bleibt sich selbst treu

Der Subaru Outback ist in der sechsten Generation – Größer und technisch in all seinen Stärken weiterentwickelt

Mit permanentem Allradantrieb und großer Bodenfreiheit fühlt sich der Subaru Outback – wie der Name es sagt – im Gelände sehr wohl... Foto: Andreas Konrad

Braunschweig. Die Modellpolitik von Subaru darf ruhig entweder eigenwillig oder konsequent genannt werden, eines ist sie aber auf jeden Fall: erfolgreich. Seit 1966 produziert die Marke Fahrzeuge mit Boxermotoren, die es in Deutschland aktuell in drei Benziner-Varianten verteilt auf vier Modelle zu kaufen gibt – immer kombiniert mit einem Automatikgetriebe. Ergänzend dazu soll im nächsten Jahr das Elektroauto Solterra kommen, das Subaru derzeit gemeinsam mit Toyota entwickelt.

Schon seit diesem Mai neu auf dem Markt ist der Subaru Outback, in seiner sechsten Generation ein echtes automobiles Urgestein, das sich in jedem Jahrgang nicht vor der Konkurrenz fürchten musste. Wir sind das Topmodell gefahren, den Outback Platinum, das als einzig verfügbares Extra eine Metallic-Lackierung (590 Euro) hat – der Rest ist schon serienmäßig an Bord. Und mit Rest ist an dieser Stelle so ziemlich alles gemeint, was es aktuell an Technik im Bereich Assistenz, Sicherheit und Infotainment gibt – für einen Preis, bei dem andere Hersteller erst anfangen.

Schon beim Einstieg fällt der große, wie auch bei Tesla und Volvo vertikal angeordnete Touchscreen auf. Quasi ein Handy im XXL-Format, über das sich alle Funktionen wie Spurhalt-, Notbrems-, Anfahr- oder Ausweichassistent steuern oder auch abschalten lassen und in dem auch Apps, Navigation und Audio-Funktionen untergebracht sind. Wer sich da nicht permanent hineinarbeiten möchte, findet für die wichtigsten Funktionen Radio laut/leise und Klimaanlage warm/kalt permanent zu bedienende Schalter am Lenkrad oder neben dem Touchscreen.

Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet. In der Mitte der 11,6 Zoll große Touchscreen als zentrales Bedienelement. Foto: Subaru Deutschland

Verarbeitung und Materialien im Innenraum machen einen sehr hochwertigen Eindruck, auch lässt sich die Sitzposition perfekt elektronisch einstellen sowie das Lenkrad in jede Richtung in die optimale Position bringen. Das Raumangebot auf allen mit Leder bezogenen Plätzen ist überaus großzügig. Ein Fahrer-Erkennungssystem, das mit einer Cockpitkamera über dem zentralen Multifunktionsdisplay arbeitet, sendet beim Einsteigen übrigens einen Gruß an registrierte Personen und schiebt Gestühl und Lenkrad in die gespeicherte Stellung. Das System schimpft aber auch mit dem Fahrer, wenn dieser unterwegs mit seinem Blick von der Straße abschweift oder gar einzuschlafen droht.

Neues Kamera-System

Nach draußen schaut das Auto mit dem Eyesight-System, das nun direkt an der Windschutzscheibe und nicht mehr am Innenspiegel befestigt ist und dadurch einen noch größeren Bereich erfasst. Subaru setzt damit weiterhin auf eine ausschließlich optische Lösung zur Steuerung der Assistenzsysteme und grenzt sich von den meisten Herstellern ab, die oftmals verschiedene Sensortechniken wie eine Kamera und Radar oder Mikrowellen nutzen. Das funktioniert in hohem Maße tadellos, nur bleibt der gesunde Menschenverstand noch unersetzbar. Ein Beispiel: Die Kamera erkennt Verkehrsschilder und zeigt zwischen Tacho und Drehzahlmesser Überholverbote oder Tempolimits an – meistens korrekt, aber nicht immer, 100 km/h in einer geschlossenen Ortschaft sind doch recht unglaubwürdig.

Die eigentliche Domäne des Outback zu testen – seine Geländetauglichkeit – bleibt in Deutschland ja meist gesetzlich verwehrt und über Feldwege in Elm und Lappwald würde er lachen, wenn er könnte. Also muss er sich auf der Straße beweisen. Und das macht er gut. Der Boxermotor liefert ausreichend Leistung, die achtstufige Automatik ohne Doppelkupplung verrichtet geschmeidig ihren Dienst, über Panels am Lenkrad können die Gänge auch manuell gewechselt werden, etwa kurz vor einem Überholvorgang. Und nicht zuletzt dank Allradantrieb ist die Fahrstabilität sehr hoch. Diese Komponenten zusammen mit dem komfortabel abgestimmten Fahrwerk machen aus dem Outback auch einen hervorragenden Langstreckenwagen, der nicht hektisch um die Ecke getrieben werden will, sondern eher gemächlich dahingleitet.

Fazit

Die Fans der Marke werden sicher auch vom neuen Outback abgeholt. Für andere Liebhaber großer Crossover lohnt sich auf jeden Fall ein genauer Blick auf den Subaru. Mit Preis, Ausstattung, Platz, Komfort und Sicherheit – fünf von fünf Sterne beim aktuellen Euro NCAP Crashtest – liefert er starke Argumente in diesem Segment. Und wenn in zehn oder 20 Jahren vielleicht alles elektrisch unterwegs ist, gibt er das gute Gefühl, eine echte Legende in der Garage zu haben.

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