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Die Bayern ganz schön auf Trab gehalten

Basketball-Bundesliga: Die Löwen scheiden nach großem Kampf aus den Playoffs aus

Weil Scott Eatherton verletzt fehlte, musste sich Christian Sengfelder (links) in den Playoffs als Center beweisen. Im Heimspiel war er mit 28 Punkten überragend. Foto: SoulClap Media/oh

Braunschweig. Dass die Löwen-Basketballer nach nur drei Erstrunden-Partien der Bundesliga-Playoffs die Segel streichen mussten, ist keine Überraschung – mit Liga-Primus FC Bayern München hatten die Braunschweiger den schwersten denkbaren Gegner. Wie die Löwen sich auf der Abschiedstour ihres Cheftrainers Frank Menz verkauften, nötigte allerdings Respekt ab.

Nach der Defensivschlacht in Spiel eins kehrten die Niedersachsen zuversichtlich aus Bayern zurück, hatten sie doch auch ohne ihren Allstar-Center Scott Eatherton eine ordentliche Partie gezeigt. Doch es kam personell noch schlimmer: Nach nicht einmal sieben Minuten in Spiel zwei in der VW-Halle landete Löwen-Topscorer DeAndre Lansdowne unglücklich auf dem Fuß von Münchens Nationalspieler Maodo Lo. Wegen eines Bänderrisses konnte der brandgefährliche Shooting Guard den Rest der Serie nur noch von der Bank erleben.

Trotz des Fehlens seiner beiden Stars ließ sich das Menz-Team allerdings keineswegs vom Titelverteidiger abkochen. Sowohl im zweiten (74:84) als auch im dritten Spiel der Serie, am Sonntag wieder in München (77:87), leisteten die Löwen lange Zeit beeindruckende Gegenwehr und konnten im Schlussviertel zwischenzeitlich sogar einen ausgeglichenen Spielstand vorweisen – ehe sich die teure Bayern-Mannschaft schließlich doch durchsetzte. „Am Ende sieht ein 3:0 relativ klar aus, aber wir waren in jedem Spiel dran“, war auch Menz von seinem kämpferischen Rumpfkader beeindruckt.

Schon nach dem Heimspiel am vergangenen Freitag, als 5619 Zuschauer die VW-Halle in ein Tollhaus verwandelt hatten, hatte der scheidende Trainer mit Genugtuung auf die vergangenen drei Jahre zurückgeblickt, in denen er aus einer grauen Maus im Tabellenkeller ein spektakulär auftretendes Playoff-Team geformt hatte: „Am Anfang haben wir vor knapp 2000 Leuten gespielt, heute vor fast 6000. Das ist eine Bestätigung für die Arbeit und für die Begeisterung, die hier entfacht wurde.“

Während Menz wohl bei BBL-Absteiger Jena anheuern wird, bleiben Kapitän Tommy Klepeisz und Scott Eatherton den Löwen ein weiteres Jahr erhalten. Wie es mit den anderen Leistungsträgern, allen voran Lansdowne und dem zum Saisonende hin immer mehr aufdrehenden Christian Sengfelder aussieht, ist noch ungewiss. Beide haben durch ihre starken Leistungen allerdings immenses Interesse geweckt und dürften nur sehr schwer zu halten sein.

Vor allem aber wartet die Braunschweiger Basketball-Gemeinde nun auf die Vorstellung des neuen Trainers, der Frank Menz beerben wird.

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