Die ersten Trassen stehen auf Start

Nach der Bürgerbeteiligung werden die Planungen für den Stadtbahnausbau immer konkreter

Oberbürgermeister Ulrich Markurth (2.v.r.), Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer (r.), Verkehrs-GmbH-Geschäftsführer Jörg Reincke (2.v.l.) und Projektleiter Albrecht Curland präsentieren die favorisierte Trasse nach Volkmarode. Konrad

Braunschweig. Die Stadtbahn wird ausgebaut werden. Daran ließen die Verantwortlichen von Stadt und Verkehrs- GmbH am Dienstag bei der Präsentation der derzeitigen Planungen keinen Zweifel. Zwar seien die Kosten gegenüber der Schätzung zum Zeitpunkt des Grundsatzbeschlusses Anfang 2017 in der Weiterentwicklung des Projektes deutlich gestiegen, Land und Bund als maßgebliche Förderer sowie die Planer selbst sehen aber auch einen unverändert positiven Kosten-Nutzen-Faktor. So könnte ein nächster, entscheidender Schritt zur endgültigen Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgen.

„Auf den ausgewählten Strecken kann die Stadtbahn den wachsenden Bedarf an Mobilität in Zukunft am besten und wirtschaftlichsten decken“, betont Oberbürgermeister Markurth. Dem aktuellen Stand der Planungen sind mehrere Bürgerworkshops vorausgegangen (wir berichteten). Für die ersten beiden Trassen nach Volkmarode und Rautheim sind diese bereits abgeschlossen, für Trasse drei (Salzdahlumer Straße/Heidberg) ist heute (29. August) um 18.30 Uhr in der Mensa des Schulzentrums Heidberg der Auftaktworkshop, für die Campusbahn ist dieser nach den Herbstferien geplant.
„Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern haben wir viele Anregungen, vor allem aber viel Unterstützung für den Stadtbahnausbau erhalten. Die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung müssen jetzt durch den Rat bestätigt und in ein förmliches Planungsverfahren überführt werden“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Das solle noch in diesem Jahr geschehen.

Während die Trasse nach Volkmarode über die Berliner Heerstraße und das Neubaugebiet Ziegelwiese mit einer Schleife in Gliesmarode (Kosten jetzt gegenüber 2017: 24 Millionen Euro zu 17 Millionen) vorschlagsreif für den Rat ist, sind für Rautheim noch drei Varianten im Rennen, die unterschiedlich lange Brücken über Güterbahnhof und Autobahn erfordern und mit 44, 58 oder 58,7 Millionen Euro gegenüber 31,4 Millionen veranschlagt werden. „In Sachen Genauigkeit stehen wir jedoch am Anfang, da die eigentliche Planung erst beginnt. Um die prognostizierten Gesamtkosten im weiteren Projektverlauf dennoch möglichst stabil zu halten, wurden Risikopositionen gebildet“, sagt Projektleiter Albrecht Curland bezogen auf die Kosten.

Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, blickt auch auf die Folgekosten: „Der Stadtbahnausbau wird maßgeblich über die Verkehrs-GmbH finanziert und entsprechend in den kommenden Jahren abgeschrieben. Zugleich ziehen wir Vorteile aus dem Ausbau. Nach den Berechnungen des Verkehrsmodells sind mehr Fahrgäste zu erwarten.“
Sollte das Projekt Stadtbahnausbau wie von den Planern erhofft weitergehen, könnten ab 2024 die ersten Bahnen nach Volkmarode fahren. Rautheim könnte 2025 starten, die anderen beiden bis 2030. Es ist ein „Langläufer“, wie Markurth immer betont. Die Akteure haben die ersten Runden geschafft.

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