„Die Fans lechzen nach Fußball“ | Neue Braunschweiger
17. September 2020
Sport

„Die Fans lechzen nach Fußball“

Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz im Interview mit der NB

Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz. Foto: Hübner/imago

Braunschweig (evc). Seit April 2019 leitet Wolfram Benz die Geschicke Eintrachts als Geschäftsführer. Vor dem Saisonstart äußert sich der 42-Jährige über den Pokalsieg gegen Hertha BSC, die Herausforderungen durch die Corona-Situation und seine Erwartungen für den Saisonverlauf.

Herr Benz, wie haben Sie den tollen Saisonstart mit dem Sieg gegen Hertha BSC erlebt?

Die Rückkehr von Zuschauern war eine ganz wichtige Botschaft. Die Fans lechzen nach Fußball und die Stimmung war auch mit 500 Zuschauern für diesen Rahmen bombastisch und hat sich im Spiel widergespiegelt. Es war schön zu sehen, dass wir auf der großen Fußballbühne zurück sind. Daran haben wir in den vergangenen zwei Jahren mit immensem Aufwand gearbeitet. Sportlich sollte man aus so einem „David gegen Goliath“-Duell mit Blick auf die Liga aber nicht zu viel ableiten. Dennoch hat man gesehen, dass wir eine funktionierende Mannschaft haben, die kämpft und ackert, aber auch spielerisch überzeugen möchte.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Spielzeit?

Durch all unsere Bemühungen hinsichtlich der Kaderplanung im Sommer besitzen wir eine realistische Chance, in der Liga zu bleiben. Trotzdem müssen wir von der ersten Minute am Sonntag in Heidenheim an bis zum Abpfiff am 34. Spieltag hellwach sein, da wir in einer wahnsinnig attraktiven und herausfordernden Liga spielen. Der Klassenerhalt ist für unsere wirtschaftliche Planung gerade als Aufsteiger und in Zeiten von Corona sehr wichtig. Für uns sind dabei nicht nur die TV-Gelder, sondern auch Zuschauereinnahmen, Werbung und Hospitality ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Gesamteinnahmen geht.
Macht Ihnen die teilweise Rückkehr von Zuschauern zum Start Hoffnung auf eine langsame Rückkehr zur Normalität?
Hoffnung habe ich schon, glaube allerdings, dass eine Politik der kleinen Schritte angebracht ist, um zu testen, ob die Abläufe unter den Sicherheits- und Hygienebedingungen auch funktionieren, bevor man größere Zuschauerzahlen zulässt. Unsere Fans haben sich sehr verantwortungsbewusst verhalten. Deshalb trauen wir uns auch zu, Konzepte aufzustellen, die deutlich mehr Besucher im Eintracht-Stadion zulassen, sobald von Seiten der Politik und Behörden die Freigabe erfolgt und das Infektionsgeschehen dies auch zulässt.

Die Entwicklung des Vereins glich bereits vor Corona einer ziemlichen Achterbahnfahrt. Was ist aus Ihrer Sicht nötig, um Eintracht wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern?

Die vergangenen beiden Jahre waren geprägt von einem gewissen Druck und Hektik, so dass wir nun wieder zu ruhigeren Strukturen zurückkehren müssen und werden. Letztlich ist es eine Frage der Konstanz, vor allem im Hinblick auf die handelnden Personen. Zwischen Daniel Meyer, Peter Vollmann und meiner Person greifen die Rädchen sehr gut ineinander. Unsere Zusammenarbeit ist auf die Zukunft ausgelegt.

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