7. September 2018
Allgemein

„Die Idee war uns sympathisch“

Private Vermieter ziehen positive Bilanz beim Thema Probewohnen

Laura, Alexandra und Kai Fricke (Vermieter) sowie Gesa Kirchner (ZSW.) Foto: Stefanie Druschke

Braunschweig. Eine Wohnung zu finden, ist generell nicht so einfach. Noch schwieriger ist es für Menschen mit geringem Einkommen und besonderen Problemen.

Sie haben kaum eine Chance, an angemessenen Wohnraum zu kommen. Seit gut einem Jahr unterstützt die von der Stadt Braunschweig eingerichtete „Zentrale Stelle für Wohnraumhilfe“ (ZSW) diese Menschen – in der Regel Wohnungslose – bei der Beschaffung eines neuen Zuhauses. Eine wichtige Maßnahme der ZSW bei der Bewältigung dieser Aufgabe ist das Probewohnen.
Seit Mai vergangenen Jahres konnten bereits 17 Vereinbarungen für dieses Modell getroffen werden. „Es entwickelt sich sehr erfreulich. Die guten Erfahrungen der Vermieter damit sind die beste Werbung dafür“, so die Bilanz von Thomas Tegtmeyer, Leiter der Abteilung Wohnen und Senioren im Fachbereich Soziales und Gesundheit, in der die ZSW angesiedelt ist.

Mit finanziellen Anreizen und vor allem mit Garantien, die Sicherheit verschaffen, gelingt es der Stadt, private Vermieter als Partner für das Probewohnen zu gewinnen. Alexandra und Kai Fricke gehören dazu. Das Ehepaar besitzt ein Haus mit sechs Wohnungen und hat im August 2017 erstmals eine Wohnung auf diesem Weg vergeben, eine weitere folgt in diesen Tagen. „Ich arbeite bei der Stadt und habe über eine interne Zeitung von der Arbeit der ZSW erfahren“, so Alexandra Fricke. Ihr Mann ergänzt: „Die Idee war uns sympathisch, denen zu helfen, die sonst auf dem Wohnungsmarkt keine Chance hätten“. Natürlich hätten sie am Anfang auch Bedenken gehabt, aber das Konzept gebe den Vermietern sehr viel Sicherheit.

Und so funktioniert es: Die ZSW kauft für 10 000 Euro vom Vermieter für eine Dauer von zehn Jahren die Besetzungsrechte für eine bedarfsgerechte Wohnung. Der dafür vermittelte Mieter durchläuft eine Probewohnphase von einem Jahr. „In dieser Zeit sichern wir die Mietzahlungen oder stehen für Beschädigungen ein“, so Gina Kirchner von der ZSW.
Die Mieter würden zudem sozialpädagogisch betreut, gebe es Konflikte, könne sich der Vermieter auch gegen den Mieter entscheiden. Nach einem Jahr geht das Probewohnen in einen geregelten Mietvertrag über, wobei die Mietgarantie und die Betreuung durch die ZSW noch weitere zwei Jahre läuft.
„Wir haben ein gute Erfahrungen gemacht und lassen uns gern wieder darauf ein“, so Kai Fricke beim Pressetermin in der frisch renovierten bezugsfertigen Wohnung.
Vermieter, die sich ebenfalls für das Modell Probewohnen und eine Kooperation mit der ZSW interessieren, können mit Gina Kirchner unter Telefon 0531/470-50 26 und per Mail unter zws@braunschweig.de Kontakt aufnehmen.

 

Auch interessant