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Die Jury ist sich einig: Durchdacht und gut gemacht

Zum ersten Mal dabei und gleich zu Braunschweigs schönstem Weihnachtsmarktstand gewählt: Carolin Papes Knödelwerkstatt

Die Jury macht sich die Entscheidung nicht leicht (v. l.): Angela Schüler (Stadtmarketing) hat die Wahl mit vorbereitet und kennt alle Marktbeschicker und Stände, Heinz-Werner Kretschmann vertritt den AAI, auch Dompredigerin Cornelia Götz und im Hintergrund Ulrike Neumann (Stadtmarketing) notieren Lob und Kritik. 

Innenstadt. Zwar findet der Weihnachtsmarkt jedes Jahr statt, aber das Pauschalurteil „immer das Gleiche“, das trifft keineswegs zu. Das Stadtmarketing hatte zur Wahl des schönsten Weihnachtsmarktstandes eingeladen, auch die NB war wieder in der Jury vertreten – eine gute Gelegenheit, um den Markt beim Rundgang am Montag mit neuen Augen zu sehen.

Unser Fazit: Statt billiger Massenware gibt mehr und mehr das Besondere den Ton an. Handgemachte Seifen, Töpferwaren oder Mützen aus eigener Produktion, lokale Spezialitäten vom Senf bis zum Likör. Ins vorherrschende Tannengrün und Weihnachtsrot mischen sich Grau- und Weißtöne und manche schlichte Dekoration im nordischen Stil. Der Weihnachtsmarkt geht mit der Zeit und bleibt trotzdem Mandeln und Glühwein treu. Begleiten Sie uns auf unserem Rundgang…

Premiere als Jurymitglied

„Hübscher Stand – sympathische Bedienung“ steht auf meinem Bewertungsbogen. Marilyn Ludewigt hat bei mir mit ihrer Crêěěperie Chancen auf einen der vorderen Plätze, ebenso wie „Suppenkaspar“ von Ken Thelen oder Wilfried Pauer mit seiner Keramik auf dem Platz der deutschen Einheit. Die Aufzählung der guten Beispiele ist eindeutig länger als die Liste der „schwarzen Schafe“. Letztere gibt es nicht, vielleicht ein paar graue Schafe, deren Stände bei mir Prädikate wie „lieblos“, „kitschig“ oder „angestaubt“ erhalten.

Die Suche nach den schönsten Weihnachtsmarktständen ist schwieriger als gedacht. Zum ersten Mal darf ich die Neue Braunschweiger in der Jury vertreten. „Die Messlatte liegt sehr hoch“, bringt es Hoteldirektor Wieslaw Puzia, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Tourismus, auf den Punkt. Auch Werner Kretschmann vom Arbeitsausschuss freut sich über das, was er beim Rundgang sieht. Sein Urteil: „Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt ist wirklich schön.“ Bezirksbürgermeisterin Heike Zander sieht das ganz genauso, „nicht so ein Jahrmarkttrubel“, befindet sie.

Die Routine beim alljährlichen Juryrundgang lässt sich am Gehtempo abmessen. Dirk Thönniß, einer der „Weihnachtsmarktbeauftragten“ beim Stadtmarketing, geht mit Stefan Franz, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, voraus, im Mittelfeld haken Dompredigerin Cornelia Götz, Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa und Ulrike Neumann (Stadtmarketing) konzentriert und zielstrebig ihre Kriterienliste ab. Ich komme hinterhergetrödelt, kämpfe mit Kamera und Kugelschreiber. Angela Schüler (Stadtmarketing) weiß über fast jeden Stand und die Menschen, die dahinterstehen, etwas zu berichten und weiß, wie Neulinge die Zettelwirtschaft in der Mappe am besten in den Griff bekommen.

Trotz Zwischenstopp mit heißem Kinderpunsch kriecht irgendwann die Kälte vom Pflaster hoch. Kein Wunder, genau 151 Stände sind zu begutachten, und auf den Schlussmetern unserer Runde setzt Regen ein. Jetzt aber schnell, bevor die Schrift auf dem nassen Blatt vollends verläuft. Um in der Schlussbewertung schneller zu einem klaren Ergebnis zu kommen, bleibt das Mittelmaß unbeachtet, dafür vergeben wir reichlich Lob und Kritik. Ein junger Mann würde gern mitmachen und bewirbt sich im Vorübergehen spontan als „Bürgervertreter“ für einen Juryplatz.

Zurück im Dompfarramt fragt Gerold Leppa unsere Favoriten ab und siehe da: Wir sind uns erstaunlich einig. Carolin Pape, die von Braunschweig nach München gegangen ist und aus dem Süden Deutschlands eine kulinarische Entdeckung mitgebracht hat, hat uns mit ihrer Knödelwerkstatt überzeugt. Bei ihr wird einem weihnachtlich warm ums Herz, so ansprechend und durchdacht hat sie ihren Stand gestaltet – da stimmt alles, bis zur Mütze auf ihrem Kopf. Sie freut sich riesig, als am Nachmittag die Abordnung mit der Siegerurkunde bei ihr auftaucht.
Die Knödelwerkstatt steht für einen allgemeinen Trend: Ob Kunsthandwerk oder Kulinarisches, vieles ist handgemacht und nur hier auf dem Weihnachtsmarkt zu bekommen. Der Sonderpreis geht in diesem Jahr übrigens an alle Marktbeschicker, die den Wunsch nach Mehrweggeschirr umgesetzt und damit viel Mühe auf sich genommen haben.

Der erste Preis für den schönsten Weihnachtsmarktstand ging an die Knödelwerkstatt.
Platz zwei belegt der Ernteonkel.
Auch dieser Stand gefiel der Jury. „Heiß auf Eis“ kommt auf Platz drei.
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