Die Korbjäger spielen auf Zeit | Neue Braunschweiger
28. März 2020
Sport

Die Korbjäger spielen auf Zeit

Basketball-Bundesliga: Die Saison pausiert vorerst bis zum 30. April

Noch besteht ein Fünkchen Hoffnung, dass Karim Jallow (li.) und seine Löwen die Saison fortsetzen können. Archivoto: imago/Hübner

Braunschweig. Die Fußball-EM ist längst ins kommende Jahr verschoben, jüngst wurden schließlich auch die Olympischen Spiele verlegt. Wer nun erwartet hatte, dass auch die Basketball-Bundesliga ihre derzeit wegen des Coronavirus pausierte Saison offiziell abbrechen würde, erlebte jedoch eine Überraschung.

So beschloss die Geschäftsführung der BBL gemeinsam mit den Vertretern der 17 Klubs während einer Videokonferenz am Mittwoch, den Spielbetrieb zunächst bis zum 30. April weiter auszusetzen. Erst dann solle eine endgültige Entscheidung über den weiteren Saisonverlauf gefällt werden, teilte die Liga mit.

Ziel der Basketball-Bundesliga bleibe es, die Saison „zu einem späteren Zeitpunkt geordnet“ zu Ende zu spielen – möglicherweise auch mit einem gekürzten oder verdichteten Spielplan. Die Liga werde dazu in den kommenden Wochen konkrete Varianten ausarbeiten, heißt es weiter.

Auch wenn Sebastian Schmidt im Vorfeld große Zweifel an einer Fortsetzung der Saison geäußert hatte, stimmte der Löwen-Geschäftsführer wie die große Mehrheit seiner Kollegen für die nun gefundene Lösung. „Die Entscheidung, die Saison weiterhin auszusetzen, ist, verbunden mit dem gleichzeitig erklärten Ziel, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende zu spielen, im Gesamtkontext von Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und Sport der logische Schritt und mehr als nachvollziehbar“, begründete Schmidt sein Votum und verwies darauf, nicht nur einzelne Standorte, sondern das gesamte Liga-Konstrukt zu betrachten.

Ein selbstgefasster Beschluss zum Abbruch der Saison würde, so ist anzunehmen, Liga und Klubs zum jetzigen Zeitpunkt hohe Summen an Sponsorengeldern kosten – ganz abgesehen von den fehlenden Zuschauereinnahmen.

Ob die Saison frühestens im Mai – womöglich mit Geisterspielen – fortgesetzt werden kann, ist indes weiter höchst fraglich. Viele Importspieler haben ihre Vereine bereits verlassen. So auch bei den Löwen, deren US-Spieler Trevor Releford, Jairus Lyles und Joe Lawson schon in der vergangenen Woche in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Für den Fall, dass die Saison fortgesetzt wird, hat der Tabellenelfte in den Auflösungsverträgen mit diesen Spielern aber eine Rückkehr-Option vereinbart.

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