„Die Kurve ist der größte Jugendclub“

Fußball: Die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte findet in dieser Woche in Braunschweig statt.

Die Fanprojektleiter Matthias Stein, Philip Krüger und Karsten König (von links). Foto: Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 25.03.2015.

Braunschweig. Junge Fußballfans sind in den Medien immer wieder ein Thema – nicht nur wegen der oft emotional geführten Debatte um die Pyrotechnik. „Es gibt wohl keine Jugend-Subkultur, die so eine mediale Aufmerksamkeit erhält“, glaubt Matthias Stein. Der Mann aus Jena kennt sich aus in der Kurve. Er arbeitet wie mehr als 140 andere Sozialarbeiter in Deutschland in einem Fanprojekt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte trifft sich seit gestern in Braunschweig. Nach der Eröffnung im VIP-Bereich des Eintracht-Stadions waren am Nachmittag zunächst ein Fachvortrag und eine Podiumsdiskussion anberaumt, zu der auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius eingeladen worden war. Am Mittwoch und Donnerstag geht es mit internen Vorträgen und Workshops sowie Vorstandswahlen weiter.

Die Fanprojekte, die zu gleichen Teilen von der Öffentlichen Hand und den Fußballverbänden finanziert werden, erfüllen eine wichtige Funktion als Vermittler zwischen Fans, Vereinen, Polizei und Öffentlichkeit. „Wir haben da sicherlich eine Sonderrolle im System Profifußball“, sagt Philip Krüger vom Fanprojekt Paderborn, mit Stein einer der beiden Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft. Und Karsten König vom gastgebenden Braunschweiger Fanprojekt beschreibt die Rolle der Sozialarbeiter als eine beschwichtigende: „Es ist unsere Aufgabe, etwas Ruhe in das hysterische Umfeld des Fußballs zu bringen und Wogen zu glätten.“

Nicht selten würden die Fanprojekte von den Vereinen als Feigenblätter genutzt, sollte etwa in Sicherheitsfragen etwas nicht optimal gelaufen sein. Mit dieser Rolle wolle man sich aber auch in Zukunft nicht zufriedengeben, betont Krüger. Immerhin sei „die Kurve des Fußballstadions der größte Jugendclub“ einer Stadt.

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