Die Lage ist existenzbedrohend, aber nicht aussichtslos | Neue Braunschweiger
4. April 2020
Sport

Die Lage ist existenzbedrohend, aber nicht aussichtslos

Basketball-Bundesliga: Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt spricht über die Krise – Fans zeigen sich solidarisch

Sebastian Schmidt. Foto: SH/imago

Braunschweig. Bis zum 30. April pausiert die Basketball-Bundesliga – vorerst. Man muss schon Optimist sein, um an eine Fortsetzung der Saison zu glauben. In einem längeren Interview auf der Vereins-Homepage hat sich Löwen-Geschäftsführer und -Sportdirektor Sebastian Schmidt nun über die Auswirkungen der Coronakrise für den Klub und den Basketball allgemein geäußert.

Daran, dass die Lage ernst ist, lässt der Mann aus Bad Honnef keinen Zweifel aufkommen. Für die Löwen sei es „aus wirtschaftlicher Sicht eine existenzbedrohende Situation.“ Dies liege nicht zuletzt daran, dass der Verein in der laufenden Saison noch sieben Heimspiele vor der Brust hätte. Darunter wären auch die beiden Partien gegen die Publikumsmagneten Bayern München und Alba Berlin.
Auf diese Zuschauereinnahmen werden die Löwen wohl verzichten müssen, glaubt Schmidt. Denn selbst wenn die Saison fortgesetzt werden sollte, hält der Geschäftsführer Begegnungen in einer leeren Halle, sogenannte Geisterspiele, für die realistischere Variante. Damit würde für sieben Heimspiele die Hallenmiete der VW-Halle anfallen – ohne die Ticketerlöse auf der Einnahmenseite.

„Wirtschaftlich betrachtet würde die Wiederaufnahme des Spielbetriebs explizit an unserem Standort also definitiv Mehrkosten verursachen“, erklärt Schmidt. Der 34-Jährige betont, dass sowohl im Falle eines Saisonabbruchs als auch bei einer Fortsetzung mit Geisterspielen „wir in jedem Fall einen Fehlbetrag im höheren sechsstelligen Bereich haben werden.“

Um dieses Minus möglichst gering zu halten, hätten die Löwen bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, berichtet Schmidt. Abgesehen von den drei US-Spielern Trevor Releford, Jairus Lyles und Joe Lawson, mit denen bereits Vertragsauflösungen beschlossen wurden, würde auch mit anderen Spielern und deren Agenten verhandelt. Für Trainer und Mitarbeiter der Geschäftsstelle sei außerdem Kurzarbeit im Gespräch. Auch andere staatliche Fördermittel seien denkbar, um die Liquidität der GmbH zu sichern.

Zudem verrät Schmidt, dass die Löwen über ein Crowdfunding-Projekt nachdenken, bei dem die Fans ihren Klub unterstützen könnten. Der Vorstand des Fanclubs Supporters hat derweil schon ein Zeichen gesetzt und angekündigt, „auf etwaige Rückerstattungen unserer Dauerkarten für nicht stattgefundene Heimspiele“ zu verzichten. Auch der Geschäftsführer berichtet von derartigen Signalen einiger Fans.

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