13. März 2021
Sport

„Die Leute hier sind fußballverrückt“

Abwehrspezialist Diakhite überzeugte bislang - Eintracht morgen in Karlsruhe

Oumar Diakhite. Foto: sportfoto zink/imago images

Braunschweig. Oumar Diakhite galt bei seiner Verpflichtung zu Jahresbeginn als unbeschriebenes Blatt. Mittlerweile hat sich der Senegalese zu einer festen Größe gemausert und war maßgeblich am Aufwärtstrend mit zuletzt sieben Zählern aus drei Begegnungen beteiligt. Auch morgen im Spiel beim Karlsruher SC (anstoß 13.30 Uhr) möchte der 27-Jährige mithelfen, die Erfolgsserie fortzusetzen und wenn möglich zum vierten Mal ohne Gegentreffer zu bleiben.

„Ich wurde sehr gut im Team aufgenommen und hatte mich auch schnell auf die zweite Liga eingestellt“, freut sich der Eintracht-Neuzugang. Besonders seine Athletik, geschickte Zweikampfführung und sein gutes Auge halfen mit, die Eintracht-Bilanz seit der kurzen Winterpause deutlich aufzubessern. Bis zum Sommer hatte er in Portugal bei Deportivo Aves gespielt, war seitdem jedoch ohne Kontrakt: „Ich wusste, dass meine Chance kommen wird, deshalb habe ich mich mit einem Personal Trainer fitgehalten.“

Die Profikarriere des nach Adama Niang zweiten Senegalesen im Eintracht-Trikot hatte ihren Anfang in den USA gefunden, bevor Stationen in Portugal, Kuwait, Rumänien und erneut Portugal folgten. Im Alter von 16 Jahren war er aus seiner Heimatstadt Kédougou in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten emigriert um sich an einer Fußballakademie den Traum einer Profikarriere zu erfüllen: „Die Umstellung war hart, ich konnte kein Englisch und hatte noch nie auf so hohem Niveau gespielt.“ Nach seinem Debüt für Orlando City in der zweiten Liga des US-amerikanischen Fußballs folgte der Sprung über den großen Teich. Seine über die Jahre gesammelte Erfahrung halfen ihm dabei, sich auch schnell auf die neue Situation in Braunschweig einzustellen: „Man schaut überall genau hin, worauf besonders Wert gelegt wird. In vielen Ländern gespielt zu haben, hilft dabei natürlich, sowohl auf als auch neben dem Platz.“ Lediglich das extreme Wetter machte ihm hier bislang zu schaffen: „Der Winter war wirklich extrem kalt.“ Die zweite Liga sieht er im Vergleich zum Fußball in Portugal als temporeicher an. Eine gute Defensivarbeit mit möglichst wenigen Gegentreffern ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg: „Je weniger Gegentreffer du kassierst umso höher ist die Chance das Spiel zu gewinnen, weil du weniger Tore schießen musst, um deine Spiele zu gewinnen.“

Das anstehende Match gegen Karlsruhe, bei dem Niko Kijewski und Njegos Kupusovic verletzungsbedingt fehlen werden, betrachtet Diakhite nach drei „weißen Westen“ deshalb voller Optimismus: „Egal ob der Gegner oben oder unten steht, wir wollen gewinnen.“ Gelingt der Klassenerhalt, hofft der im im Osten Senegals aufgewachsene Abwehrspezialist auf Spiele vor vollen Rängen: „Nach meiner Verpflichtung habe ich ganz viele Nachrichten von Eintracht-Fans über die sozialen Medien bekommen, da wusste ich wie fußballverrückt die Leute hier sind. Ein volles Stadion wird uns als Team noch mehr pushen.“

So könnten sie spielen: Fejzic – Klaß (Schlüter), Diakhite, Behrendt, Wiebe – Nikolaou, Wydra – Kroos – Ji (Bär), Proschwitz, Kaufmann

 

Der Gegner: Der Karlsruher SC klopft oben an

Braunschweig (evc). Mit 24 Zählern gehören die Badener in 2012 zu den punktbesten Clubs und verließen den Platz in elf absolvierten Spielen nur einmal als Verlierer. Zur Winterpause hatte die Mannschaft von Trainer Christian Eichner noch im Abstiegskampf gesteckt, klopft drei Zähler hinter dem Relegationsrang mittlerweile aber oben an.

Verbesserungswürdig ist aktuell jedoch die Heimbilanz, wo der Club mit nur 15 Zählern aus zwölf Spielen im unteren Mittelfeld rangiert. Top ist hingegen die Auswärtsbilanz. 25 Punkte konnte die Eichner-Elf in zwölf Begegnungen einsammeln.
Garant für die insgesamt guten Leistungen ist eine stabile Achse. Im Tor steht mit Marius Gersbeck einer der besten Zweitligakeeper, auch Robin Bormuth, Marco Thiede und Jerome Gondorf ragen aus dem Defensivverbund heraus.

Im Offensivbereich konnten sich vor allem Standardspezialist Marvin Wanitzek, Talent Benjamin Goller und Ex-Löwe Philipp Hofmann in Szene setzen. Letzterer führt mit neun Toren und sechs Vorlagen die vereinsinterne Scorerliste an, zeigte sich im neuen Jahr allerdings noch nicht sonderlich treffsicher.
Viel Arbeit wird in den kommenden Wochen auf Sportdirektor Oliver Kreuzer zukommen: 14 Verträge laufen in Karlsruhe aus, bislang konnte lediglich der Kontrakt von Christoph Kobald um ein weiteres Jahr verlängert werden.

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