Die nächste Demo ist geplant

10 000 Menschen demonstrierten gegen eine „Bragida-Kundgebung“ – Kein Ende in Sicht.

Dicht gedrängt standen die Menschen auf dem Schlossplatz und demonstrierten für ein „buntes“ Braunschweig. Foto: T.A.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 20.01.2015.

Braunschweig. Eine Demonstration, die Zeichen setzt: 10 000 Menschen aus der ganzen Region gingen für Freiheit und Demokratie auf die Straße. Nächsten Montag geht es weiter.

Der Zug gegen Bragida (eine lokale Gruppe der bundesweiten islamkritischen Pegida-Bewegung) durch die Stadt am Montagabend übertraf die Erwartungen der Organisatoren; das „Bündnis gegen Rechts“ hatte aufgerufen, rund 10 000 Menschen waren unterwegs, um gegen Fremdenfeindlichkeit Gesicht zu zeigen.
„Bragida“ hat bereits für kommenden Montag (26. Januar) eine weitere Versammlung auf dem Schlossplatz angemeldet: 18 bis 21 Uhr, mit 500 Teilnehmern. Die Route eines möglichen Demonstrationszuges soll nachgereicht werden. Weitere Details seien im Kooperationsgespräch zu klären, teilte die Stadt mit. Angemeldet sind danach Versammlungen für „alle darauf folgenden Montage“. Das „Bündnis gegen Rechts“ hat für denselben Tag, 17 bis 21 Uhr, ebenfalls auf dem Schlossplatz eine stationäre Versammlung angemeldet. Als Teilnehmerzahl wurde hier 1500 genannt.
„Alles gut“, fasst am Tag danach Polizeisprecher Jochen Grande die Lage zusammen. Für Polizeiverhältnisse sei der Abend ruhig verlaufen. Rund 100 polizeibekannte Demonstranten aus dem rechten Lager hatte die Polizei am Bahnhof in Empfang genommen und zu Fuß zur Demonstration begleitet.
Nach Grandes Angaben waren rund zwei Drittel der knapp 500 Pegida-Demonstranten aus dem rechten Spektrum oder aus der Hooligan-Szene, die meisten aus dem Umland. „Wir kennen das“, erklärt Grande, „die machen sich solche Veranstaltungen zunutze, um Krawall zu machen und für ihre Positionen einen öffentlichen Auftritt zu finden.“ So gab es unter anderem eine Strafanzeige für einen jungen Mann, der den „Hitler-Gruß“ zeigte.
Zu „leichteren Rangeleien“ sei es nach dem offiziellen Ende der beiden Demonstrationen gekommen. Denn auch auf der Gegendemo-Seite gab es einige gewaltbereite Teilnehmer, hier eher aus dem sogenannten linksautonomen Spektrum, unter anderem wurden Böller gezündet.

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