Die Polizei ganz bürgernah | Neue Braunschweiger
30. August 2013
Aktiv

Die Polizei ganz bürgernah

Tag der offenen Tür am Sonnabend zeigt Bandbreite der Polizeiarbeit.

Michael Schlutow (l.) und Wolfgang Klages nehmen das Autowrack in Augenschein, das als „Unfalldenkmal“ von einer Stiftung, die sich für Verkehrssicherheit engagiert, auf Reisen geschickt wird. Der 43-jährige Autofahrer starb, nachdem er mit Tempo 120 gegen einen Baum geprallt war. T.A.

Von Marion Korth, 14.08.2013

Braunschweig. Von einem Großaufgebot zu sprechen, ist beim Tag der offenen Tür der Polizei Braunschweig am kommenden Sonntag (17. August) nicht übertrieben.

Dabei ist es weniger die Zahl der Polizisten, die dort der Öffentlichkeit einen Einblick in ihre Arbeit gibt, sondern mehr die Bandbreite der Aufgaben, die von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände an der Friedrich-Voigtländer-Straße präsentiert werden. Die Polizei- und Hundeführerstaffel wird dabei sein, die Spurensicherung ein „Tatortzimmer“ öffnen und Besuchern zeigen, wie ihre akribische Arbeit im Hintergrund aussieht. Praxisnahes Wissen wird vermittelt, angefangen bei der Registrierung von Fahrrädern über Tipps, was nach einem Unfall zu tun ist, bis hin zu Hinweisen, welches Autotuning erlaubt ist und welches nicht. Besucher können „sich treiben“ lassen von Stand zu Stand, kein Bereich, in dem es nichts zu sehen gibt, besser aber ist es, wenn sie sich vorher einen „Fahrplan“ schneidern, um das Informationsangebot optimal für sich auszunutzen.
Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt, deshalb dürfen Besucher auch selbst Tempomessungen mit der Laserpistole vornehmen. Die Anreise mit dem Auto empfiehlt sich aber ohnehin nicht: Auf oder am Gelände stehen keine Parkplätze zur Verfügung.
Schwerpunktthema des Tages der offenen Tür ist in diesem Jahr die Verkehrssicherheitsinitiative 2020, die zum Ziel hat, die Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten um ein Drittel zu senken. Zur Versinnbildlichung führt die Polizei drastisches Anschauungsmaterial ins Feld: ein komplett zusammengestauchtes Autowrack.
Der 43-jährige Fahrer war viel zu schnell gefahren und mit Tempo 120 gegen einen Baum geprallt. Er starb bei dem Unfall. „Dieses Unfalldenkmal haben wir hier, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, verdeutlicht Verkehrssicherheitsberater Michael Schlutow. Auch gehe es darum, Verständnis zu wecken für die Verkehrsüberwachung der Polizei. Im Stadtgebiet steht überhöhte Geschwindigkeit nicht an erster Stelle der Unfallursachen, hier sind es eher die Unachtsamkeit beim Abbiegen und zu geringer Abstand. Bei den Radfahrern, die fast 40 Prozent der schwerverletzten Unfallopfer ausmachen, ist es das Fahren auf der falschen Seite. Der Trend zum Radfahren macht dabei auch nicht vor der Polizei halt: Am Sonnabend wird der Fahrzeugpark um neu angeschaffte Elektrofahrräder in Blau und Silber, aber ohne Blaulicht, ergänzt.
Ein brandaktuelles Thema ist die Internetkriminalität. Vom Landeskriminalamt Hannover hält ein Experte von 10.30 bis 15.30 Uhr jeweils stündlich einen Vortrag, in denen Punkte wie Basiswissen Internet, Sicherheit im Netz, soziale Netzwerke oder auch der Schutz von Kindern behandelt werden.
Außerdem hat die Polizei sich „Verstärkung“ von der Deutschen Bundesbank geholt, die sich mit (Falsch-)Geld auskennt. Die Zusammenstellung aller Führungen und Aktionen, inklusive Lageplan, finden sich im Internet unter dem Punkt Aktuelles (www.pd-bs.polizei-nds.de). Außerdem hat die Polizei eine Broschüre zusammengestellt.

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