Die Tage sind derzeit lang für Peter Vollmann | Neue Braunschweiger
9. Mai 2020
Sport

Die Tage sind derzeit lang für Peter Vollmann

Das Sicherheits- und Hygienekonzept ist für Eintracht herausfordernd – Der Sportdirektor dementiert Gespräche mit vereinslosem Ziegner

Stehen vor einer außergewöhnlichen Herausforderung: Trainer Marco Antwerpen (l.) und Sportdirektor Peter Vollmann. Foto: Christian Schroedter Imago Images

Braunschweig. Während der Ball in erster und zweiter Liga bereits am kommendem Freitag rollen soll, ist die Situation in der dritten Liga weiterhin noch nicht abschließend geklärt. Zwar geht der DFB von einer Saisonfortsetzung aus, die Politik scheint den Plänen in einigen Bundesländern aktuell aber noch einen Strich durch die Rechnung zu machen, da in Sachsen-Anhalt und Thüringen Kontakt- und Sportverbote bis Ende Mai verlängert worden sind.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung müssen sich auch die Löwen in Geduld üben, aktuell steht die Umsetzung der hohen Standards des Sicherheits- und Hygienekonzeptes des DFB gegen das Corona-Virus im Vordergrund. „Das Ganze im Bezug auf Mannschaft, Mitarbeiter und Stadion umzusetzen, ist sehr aufwändig, außerdem darf von den sonstigen Dingen nicht zu viel liegen bleiben, dementsprechend lang sind aktuell die Tage“, berichtet Peter Vollmann, der außerdem schon die Planung der Ablaufszenarien bei Auswärtsspielen im Blick hat, falls die Saison fortgesetzt werden sollte. „Wir müssen die Vorgänge schon jetzt durchspielen. Klar ist, dass der Aufwand sowohl organisatorisch als auch wirtschaftlich ungleich größer ist. Wir müssen in mehrerer Bussen anreisen und für alle ein Einzelzimmer buchen. Das ist natürlich wesentlich teurer als die sonst üblichen Doppelzimmer“, befürchtet der 62-Jährige hohen finanziellen Mehraufwand.

Diesen hatte auch Präsident Sebastian Ebel in seiner Antwort auf einen offenen Brief der Fanabteilung auf der Vereinshomepage erwähnt und den Anhängern gedankt, die im Rahmen der Aktion „Ich pfeif auf die Kohle, der Eintracht zum Wohle“ angesichts von Geisterspielen auf gezahlte Eintrittsgelder verzichten.
Trotz aller Unwägbarkeiten hofft Vollmann weiterhin auf den „Restart“ der laufenden Spielzeit: „Ich hoffe, dass das Ende Mai möglich sein wird und wir dann alles reinhauen. Wir setzen darauf, dass Mannschaft und Trainer bei einem Neustart zeigen, was in ihnen steckt und sich besser positionieren.“ Die veränderten Bedingungen seien für alle Mannschaften gleich, deshalb gilt es für Vollmann, sich vor allem auf die emotionale Veränderung durch Geisterspiele einzustellen: „Viele Dinge, die den Fußball emotional auszeichnen, sind entkoppelt. Neben fehlenden Zuschauern sind die Bedingungen in der Kabine anders; auf dem Platz darf kein Kreis gebildet werden, Torjubel in bekannter Form findet ebenfalls nicht statt.“

Daneben wird es laut Vollmann vor allem für die Spieler mit auslaufendem Arbeitspapier mehr denn je darauf ankommen, sich für einen neuen Kontrakt zu empfehlen: „Die Corona-Krise wird die Liga hart treffen, deshalb werden sich die Spieler noch mehr beweisen müssen.“ Gespräche mit potenziellen Neuzugängen seien trotzdem schon geführt worden, da gewisse Baustellen laut Vollmann in jedem Fall abgearbeitet werden sollen: „Wir legen die Hände nicht in den Schoß. Es wird aber auch darum gehen, den Kader zu verkleinern, weil wir sparen müssen.“
Kein Thema ist laut Vollmann eine Verpflichtung von Ex-Halle Coach Torsten Ziegner: „Weil Marco Antwerpens Vertrag ausläuft, wird irgendeine Geschichte gestrickt, an der nichts dran ist. Morgen wird dann ein anderer Kandidat ins Gespräch gebracht, außerdem wurden uns bereits 20 Trainer angeboten. Fakt ist: Wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen.“

Auch interessant