Die Weichen stehen auf Zukunft | Neue Braunschweiger
17. November 2020
Politik

Die Weichen stehen auf Zukunft

Braunschweig plant weiteren Stadtbahnausbau und setzt auf Elektro-Busse

Der Direktor des Regionalverbands Großraum Braunschweig, Ralf Sygusch, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer und Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs- GmbH (v. l.), stellten die Pläne zum Aus- und Umbau des ÖPNV vor. Andreas Konradoh

Braunschweig. Von einem „Meilenstein in der Verkehrswende“ sprach Oberbürgermeister Ulrich Markurth am Donnerstag im Rathaus. Er und weitere maßgeblich an der Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Region beteiligte Akteure gaben eine Ausblick auf die nächsten Jahre.

Die Busse der Verkehrs GmbH sollen elektrisch werden, der Rahmenantrag für die Förderung des Stadtbahnausbaus steht, Groß Schwülper wird künftig besser an Braunschweig angebunden werden und ab dem 13. Dezember wird es eine stündliche Bahnverbindung zwischen Braunschweig und Uelzen mit Halt in Gliesmarode geben.
Es war ein riesengroßes Paket, welches Markurth, der Direktor des Regionalverbandes Großraum Braunschweig, Ralf Sygusch, Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer und Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, präsentierten. Eines jedoch vorweg: Die meisten Planungen können nur umgesetzt werden, wenn es dafür eine Förderung von Bund oder Land gibt. Doch bevor man diese beantragen könne, müsse man liefern, wie Markurth betonte.
Beispiel Stadtbahnausbau: Der Rahmenantrag, der das Liniennetz 2030 beschreiben soll, ist nun fertig, um in den Gremien vorgestellt zu werden. Darin aufgeführt sind nicht nur bereits fortgeschrittene Projekte wie die Linien nach Volkmarode und Rautheim, sondern auch künftig mögliche, wie die Anbindung Querums, Lehndorfs, Lammes oder die Einbeziehung der Salzdahlumer Straße in das Stadtbahnnetz. „Wo die Stadtbahn am Ende fahren wird, ist aber noch völlig offen“, erklärte Leuer.

Zu den Projekten Volkmarode und Rautheim erklärte der Stadtbaurat, man sei im Zeitplan und hoffe, 2022 in die Planfeststellung zu gehen und ein Jahr später zu bauen. Beispiel E-Bus-Strategie: Auch die Umrüstung der Busflotte der BSVG bedarf einer Förderung. Reincke: „Wir erwarten, dass sich demnächst ein Förderfenster auftut.“ In einem ersten Schritt könnten dann bis 2023 34 Diesel-Busse durch Elektro-Busse ersetzt werden. Forscher hatten zuvor erklärt, dass für den innerstädtischen Verkehr Elektro-Busse deutlich geeigneter seien als Wasserstoff-Busse. Der derzeit von der BSVG mit Strom betriebene „Emil“ wird hingegen auf Eis gelegt, weil er nicht mehr produziert wird. „Schade, dass die Entwicklung so ist“, so Reincke, denn in Braunschweig habe man sehr gute Erfahrungen mit dem System gemacht. Weniger Förderung, mehr Gespräche erforderte die Umgestaltung der Busanbindung Groß Schwülpers. „Das Angebot wurde neu strukturiert und erweitert“, so Sygusch. Weiter gehe es auch am Bahnhof Gliesmarode, dessen Außenbereich bereits umgestaltet wird, ab Mai 2021 werde der Bahnhof direkt umgebaut, so Leuer.

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