Die Zeit der Entscheidungen

Basketball: Trainerfrage, Verträge, Europapokal – Löwen vor wichtigen Weichenstellungen

Zukunft ungewiss: Flügelspieler Luis Figge. Foto: imago/Hübner

Braunschweig. Die grandiose und mitreißende Saison der Basketball Löwen ist gerade erst zu Ende gegangen, da stellen sich schon viele Fragen hinsichtlich ihrer Zukunft. Die drängendste ist gewiss die nach dem neuen Trainer und Sportdirektor, die hoffentlich in Kürze beantwortet wird.

Das Rätselraten um Erfolgstrainer Frank Menz und seinen künftigen Arbeitgeber ist zumindest beendet. Bundesliga-Absteiger Science City Jena gab bekannt, dass der Architekt des ersten Braunschweiger Playoff-Einzugs seit sieben Jahren einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat. Ziel des Ex-Nationaltrainers, der in Jena nun wieder mit seiner Familie vereint ist, dürfte der sofortige Wiederaufstieg in die BBL sein.

Auch andere Personalfragen harren der Beantwortung. Klar ist bisher nur, dass die Leistungsträger Scott Eatherton und Tommy Klepeisz ihre Verträge verlängert haben. Auch Dejan Kovacevic und Moritz Hübner, die vergangene Saison allerdings kaum eine bis gar keine Rolle spielten, haben noch einen gültigen Vertrag. Dass Nationalspieler Chris Sengfelder oder Punktemaschine DeAndre Lansdowne an die Oker zurückkehren, ist nach ihren starken Auftritten indes unwahrscheinlich.

Sollten sich die Löwen entscheiden, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen, könnte dies die geringen Chancen jedoch erhöhen. Ob die anderen Spieler bleiben, darunter Playmaker Joe Rahon, der defensivstarke und athletische Allrounder Shaquille Hines oder Guard-Wirbelwind Bazou Koné, hängt nicht zuletzt auch vom noch zu verpflichtenden Trainer ab.

Unklar ist auch, wie es für Luis Figge weitergeht, einen der – nach Eigengewächs Lars Lagerpusch – dienstältesten Braunschweiger. Wenn man sich mit dem Flügelspieler unterhält, bekommt man aber den Eindruck, dass die Zeichen nach drei Jahren als Doppellizenzspieler bei den Löwen und in Wolfenbüttel auf Abschied stehen. „Ich weiß noch nicht, wo es für mich hingeht“, so der begeisterte Instagram-Blogger, der morgen 22 Jahre alt wird. Ein Angebot der Löwen habe er noch nicht vorliegen.

Egal wie es für ihn weitergeht, die Zeit an der Oker habe ihm sportlich und als Person viel gebracht, betont Figge. „Und ich habe Braunschweig lieben gelernt, es ist wirklich eine supertolle Stadt.“ In Sachen Einsatzzeit machte das Energiebündel in seinen Löwen-Jahren allerdings Rückschritte. Durfte er in der Hauptrunde 2016/2017 noch fast 190  Minuten auf das Bundesliga-Parkett, waren es in der folgenden Saison nur noch knapp die Hälfte. In diesem Jahr gingen die Einsatzminuten noch weiter zurück. Erst in den letzten Wochen der Saison schenkte ihm Trainer Frank Menz wieder häufiger und länger das Vertrauen – auch wegen der Verletzungen von Eatherton und Bazou Koné.

Gegen eine Figge-Rückkehr spricht auch der Abstieg des Kooperationspartners aus Wolfenbüttel aus der 2. Bundesliga ProB. Vor wenigen Tagen gaben die Herzöge zudem bekannt, dass sie auf ihr Antrittsrecht in der 1. Regionalliga verzichten. Für Talente mit Doppellizenz dürfte der Standort Braunschweig/Wolfenbüttel damit gewaltig an Attraktivität eingebüßt haben.

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