Dienstpflicht: Gute Idee oder heiße Luft?

Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht oder eines sozialen Jahres

CDU-Bundestagsabgeordneter Carsten Müller. Foto: Flentje

Braunschweig. Eine allgemeine Dienstpflicht für junge Frauen und Männer: Die Diskussion – angestoßen von der CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer – hat schnell an Fahrt aufgenommen.

Der Bundeswehr fehlen Bewerber, bis zum Jahr 2024 will sie ihr Personal auf 198 000 Soldaten aufstocken. 20 000 mehr als heute. Das wird schwierig, denn die Jahrgänge gehen zahlenmäßig zurück. Da könnte die Wiedereinführung der Wehrpflicht eine Lösung sein. Ebenso fehlen in den meisten Altenheimen und Kliniken Mitarbeiter. Da käme ein Dienstjahr vielleicht ganz gelegen. Die SPD-Politikerin Michelle Müntefering plädierte dagegen für eine deutliche Ausweitung von Freiwilligendiensten, die auch für ältere Menschen nach dem Berufsleben geöffnet werden sollten.
Wir fragten zum Thema Braunschweigs CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Müller: „Die Diskussion über eine allgemeine Dienstpflicht ist wichtig und lohnenswert. Ich habe die Aussetzung der Wehrpflicht seinerzeit sehr kritisch bewertet und stehe deshalb der neuen Idee aufgeschlossen gegenüber.

Ein Dienst für die Gemeinschaft trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie einem besseren sozialen Miteinander bei. Bereits in jungen Jahren Verantwortung zu übernehmen, für andere und die Allgemeinheit da zu sein – das schafft wertvolle Erfahrungen und prägt die Persönlichkeit junger Menschen. Sehr gut funktioniert das bereits bei den Freiwilligendiensten, hiermit werden aber längst nicht alle Jugendlichen erreicht. Eine allgemeine Dienstpflicht, die verfassungsrechtlich auf festen Füßen steht, wäre ein Gewinn für unser Land.“

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