Drama, Baby!

Die Braunschweigerin Gisele kämpft im „Dschungelcamp“ um ihre Ehre

Kuh-Urin, Fischreste, Mehlwürmer und Kakerlaken – Gisele Oppermann (hier mit Camp-Mitbewohner Bastian Yotta) musste schon Vieles aushalten. Foto: RTL/oh

Braunschweig. Maden, Kakerlaken, Spinnen und Schleim – seit dem 11. Januar läuft die 13. Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ beim Fernsehsender RTL. Zwölf Semi-Prominente haben sich wieder mehr oder weniger freiwillig in den australischen Dschungel begeben, um sich zwischen Ekel-Prüfungen, Nacktaufnahmen oder sonstigen peinlichen Auftritten öffentlich zu demontieren. Mittendrin im Geschehen: die 31-jährige Braunschweigerin Gisele Oppermann.

Und die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich setzen dann in diesem Echtzeit-Drama gern noch einen drauf …
Erste Bekanntheit erreichte die Braunschweigerin mit brasilianischen Wurzeln im Jahr 2008 mit ihrer Teilnahme an der dritten Staffel der Casting-Show „Germany‘s Next Topmodel“ von Modelmama Heidi Klum. Da Gisele, die Platz 6 in der Show belegte, regelmäßig in Tränen ausbrach, wurde sie medial oft als „Heulsuse“ betitelt und von Stefan Raab in seiner Sendung „TV total“ verspottet. Doch das Model-TV-Format diente ihr gleichzeitig als Sprungbrett: Anschließend lief Gisele für große Designer wie Philipp Plein auf der New York Fashion Week über den Laufsteg.

Danach ging es jedoch bergab: Eine Autobahn-Geisterfahrt unter Alkoholeinfluss im Jahr 2009 mit einer Bewährungsstrafe von drei Jahren, die Mitwirkung bei Trash-Formaten wie „Das perfekte Promi-Dinner“ und „Das Aschenputtel-Experiment“ sowie ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Wohnmobil, inklusive Trümmerbruch im Unterschenkel , machten deutlich: Hier verirrt sich ein Mensch auf seinem Weg irgendwo zwischen Naivität, Überforderung und Verzweiflung.

Aktueller Tiefpunkt: Ihre Teilnahme am RTL-„Dschungelcamp“. Mittels telefonischer Abstimmung schicken die Zuschauer ihr „Opfer“ in die tägliche Ekel-Prüfung – Gisele wurde bisher am häufigsten gewählt. Ihr Unbehagen, ihre Angst und sogar Panik waren jedes Mal deutlich anzusehen und zu spüren. Das grell-voyeuristische RTL-Showformat, das anfangs noch einige Medienwächter kritisierten, gilt inzwischen als ironisch überhöhter Spaß für das gesättigte Bildungsbürgertum. Brot und Spiele fürs Volk. Hier wird das „Camp-Sensibelchen“ erbarmungslos durch die TV-Manege getrieben. Bleibt die Frage: Sind es 80 000 Euro Antrittsgage und die Aussicht auf die Siegprämie von 100 000 Euro wirklich wert, sich vor der Fernsehnation so bloßstellen und erniedrigen zu lassen?

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