Drei Fragen an… Dr. Bianca Schuchardt | Neue Braunschweiger
9. Mai 2020
Menschen

Drei Fragen an… Dr. Bianca Schuchardt

Die Ingenieurin will auch andere Frauen für die Technik begeistern

Dr. Bianca Schuchardt. Foto: Maria Lüer

Lehre. Dass Frauen ins All fliegen, ist längst nichts Neues. Aber bei den Außeneinsätzen hapert es bislang besonders mit der Gleichberechtigung.

Bianca Schuchardt, Ingenieurin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Flugführung, möchte jungen Frauen Mut machen, sich für die Wissenschaft zu entscheiden. Wir sprachen mit der 34-Jährigen über Anerkennung und Unterstützung.

Frau Schuchardt, was hat Sie an der Idee fasziniert, in den Weltraum zu fliegen?
Für mich war es ein Kindheitstraum, eines Tages ins All fliegen zu können. Das Gefühl, sich in der Schwerelosigkeit zu bewegen und von so weit oben auf unseren Planeten blicken zu können, stelle ich mir einzigartig vor. An dieser Mission hat mich außerdem gereizt, dass die ausgewählten Frauen als Botschafterinnen und Vorbilder für andere Frauen und Mädchen dienen können.

Was raten Sie jungen Frauen, wenn sie den Wunsch haben, Wissenschaftlerin zu werden?
Ich kann nur sagen, traut euch! Natürlich ist es anfangs ungewohnt, mit nur wenigen anderen Frauen oder sogar allein unter Männern zu studieren oder zu arbeiten. Aber im Nachhinein betrachtet hatte ich dadurch eher Vor- als Nachteile. Die Anerkennung und Unterstützung an der Uni und auch im DLR sind großartig.

Frauen im MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-Bereich sind immer noch rar. Wie lässt sich dies ändern?
Ich finde es wichtig, die Diskussion anzuregen und aufrecht zu erhalten, dass auch Frauen in diese Berufe gehören. Es sollte selbstverständlich sein, dass nicht nur in gemischten Teams gearbeitet wird, sondern dass diese auch von Frauen geführt werden. Es ist wichtig zu zeigen, dass wir Frauen uns in vermeintlichen Männerdomänen durchsetzen und auch gegen Widerstände unsere Ziele erreichen können.

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