Drei Szenarien für eine Fortsetzung der Saison | Neue Braunschweiger
13. Mai 2020
Sport

Drei Szenarien für eine Fortsetzung der Saison

Feldhockey: Damen-Zweitligist Eintracht Braunschweig trainiert wieder – Im Herbst soll wieder gespielt werden

Ab September wollen die Hockey-Damen der Eintracht wieder Zweitliga-Spiele absolvieren. Foto: Kleinschmidt/BestPixels.de

Braunschweig. Mit corona-bedingter Verspätung sind die Hockey-Damen von Eintracht Braunschweig gestern ins Mannschaftstraining gestartet. Wer sich nun auf spannende Partien des Zweitligisten freut, muss sich allerdings noch ein wenig gedulden: Die Rückrunde der laufenden Saison wird frühestens im September beginnen.

In einer Befragung votierten die 44 Vereine der 1. und 2. Bundesliga mehrheitlich für eine Fortführung der Saison im Herbst. „Die Punkte aus der Hinrunde werden mitgenommen und sind nicht verloren“, erklärt Eintracht-Trainer Andreas Dolge den vielleicht wichtigsten Beschluss der Ligen. „Das fand ich auch wichtig, damit der Lohn aus dem letzten Jahr nicht verloren geht. Das ist nur fair.“

Wie genau es im Herbst weitergehen soll, steht derweil noch nicht fest. Dolge berichtet von zwei Szenarien, die zur Auswahl stehen: „Entweder wir spielen die komplette Saison noch mal“, allerdings mit den bereits eingefahrenen Punkten, „oder wir spielen die Rückrunde und im Anschluss eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde mit jeweils den ersten und den letzten fünf Teams.“ Der Eintracht-Trainer tendiert eher zum zweiten Szenario.

Am gestrigen Dienstag startete das Eintracht-Team ins Mannschaftstraining. Allerdings nur zur Hälfte: Dolge hat seinen Kader in vier Kleingruppen aufgeteilt. Zwei Gruppen trainierten am Dienstag, zwei weitere steigen am morgigen Donnerstag ins Training ein. „Hockey ohne Kontakt ist natürlich ganz schwierig, aber die Mädels können sich erstmal wieder bewegen“, sagt Dolge mit Blick auf die geltenden Abstandsregeln. Ein Ziel sei nun auch, die fünf neuen Spielerinnen, die aus dem Jugendbereich dazustoßen, bei den Damen zu integrieren. „Und durch die jetzige Situation haben sie sogar mehr Zeit zum Lernen und reinzufinden, als wenn wir im April direkt in die Rückrunde gestartet wären“, kann der frühere DDR-Nationalspieler an dieser Stelle sogar Positives am Pandemie-Aufschub entdecken.

Als Tabellenvierter der 2.  Liga Nord hat die Eintracht nach der Hinrunde neun Zähler Rückstand auf die punktgleichen Erst- und Zweitplatzierten (Bremer HC und Club Raffelberg). Ganz oben noch mal anzugreifen, wäre in beiden potenziellen Szenarien rechnerisch durchaus möglich. Davon möchte Dolge jedoch nichts wissen. „Für uns war ja das Ziel, nicht abzusteigen. Wir reden nicht über den Aufstieg, davon sind wir noch viel zu weit weg“, so der Coach. „Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Uns entwickeln, an uns arbeiten und eine gute Truppe entwickeln, die Spaß miteinander hat.“

Sofern das Virus es zulässt, soll man das schon bald auch wieder auf dem Kunstrasen sehen können. Und wenn in vier oder fünf Monaten doch nicht gespielt werden kann? „Dann würden wir im kommenden April einfach in die Rückrunde starten“, nennt Dolge ein drittes mögliches Szenario.

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