Drei Tage Narretei und Possenspiel

Mittelalterliches Pfingstmarktspektakel vom 8. bis 10. Juni auf dem Burgplatz

Wolfgang Struchtrup (Büttel Mollinarius) und Daniel Diekmann (Mittelalter Marketing GmbH), freuen sich auf den 34. Mittelaltermarkt. Foto: Ziebart/Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Innenstadt. Zur Feier des Tages setzt Büttel Mollinarius die Langfanfare an und gibt das Signal, immerhin hat er von Großem zu künden: Über Pfingsten wird in Braunschweig die Zeit zurückgedreht, auf dem Burgplatz findet der Mittelaltermarkt statt.
Daniel Diekmann, Geschäftsführer der Mittelalter Marketing GmbH, kommt selbst ins Grübeln: „Zum 33., nein, zum 34. Mal.“ Der Markt in Braunschweig hat Tradition.

Schalk im Nacken

„Das Volk verlangt danach: Hier in Brunswiek haben die Leut’ den Schalk im Nacken“, weiß Mollinarius und kündigt „Narretei und Possenspiel“ auf drei Bühnen an. Mollinarius heißt eigentlich Wolfgang Struchtrup und ist Leiter des Kulturteams der Kumpanei „Kramer, Zunft und Kurtzweyl“. Niemand müsse Sorge haben, irgendetwas zu verpassen, die Gaukler und Musiker treten zeitversetzt auf, alle 45 Minuten wechseln die Programmpunkte.

Zum Mitmachen

Manche der Stände sind mit Wimpeln, auf denen fleißige Hände zu sehen sind, gekennzeichnet. Hier sind Kinder willkommen, um mittelalterliches Handwerk zu sehen und auch selbst Hand anzulegen, um sich ein Erinnerungsstück zu fertigen.
Das fahrende Volk fährt ordentlich auf, und Mollinarius redet sich in Rage: „Aus allen Teilen der deutschen Lande kommen sie herbei, die Krämer, Hökerer, Handwerksmeister, Garköche, Tavernenwirte, Quacksalber und Orientalen.“ Für Spielmannswucht, Possenspiel und Ritterglanz sei gesorgt.

Gaukler und Spielleute

Die Gruppe La Compania habe den Meister auf der Sackpfeife und allerlei fantastische Gestalten unter sich. Der Gaukler Cyrano spricht in Reimen und aus Böhmen kommt eine große Ritterschar, um zu zeigen, wie es auf den Schlachtfeldern zugeht. Bei allem Anspruch, das 14. und 15. Jahrhundert anschaulich zu machen, will das mittelalterliche Volk keinen Schrecken verbreiten. Kein Kind soll in Tränen ausbrechen und auch die nachgespielten Hexenprozesse früherer Jahre seien zu gruselig gewesen und wurden gestrichen. Der ein oder andere Schauer dürfte den Besuchern dennoch über den Rücken laufen, wenn zum Ende des Markttages die Pestdoktores über den Platz ziehen und schauen, ob der schwarze Tod – die Geißel des Mittelalters – schon in der Stadt Einzug gehalten hat.

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