Drei US-Profis fliegen in die Heimat | Neue Braunschweiger
21. März 2020
Sport

Drei US-Profis fliegen in die Heimat

Basketball: Vertragsauflösungen bei den Löwen – Kurzarbeit ein Thema

Jairus Lyles (Mitte) hat Braunschweig verlassen. Scott Eatherton (links) bleibt zunächst in seiner Wahlheimat. Foto: imago

Braunschweig. Während der Sport wegen der Coronakrise flächendeckend pausiert, wird hinter den Kulissen eifrig daran gearbeitet, die dramatischen finanziellen Folgen des „Shutdowns“ zu begrenzen. So auch beim Braunschweiger Basketball-Bundesligisten.

Trainingsstätte und Geschäftsstelle in der Tunicahalle sind verwaist – Abstand halten und Home-Office ist angesagt bei den Löwen, und gerade Letzteres nicht zu knapp. „Meine Tage bestehen derzeit aus 14 bis 18  Stunden Arbeit“, berichtet Geschäftsführer Sebastian Schmidt. So stünden etwa viele Telefongespräche mit Spielern und deren Agenten an. Die ersten Ergebnisse dieser Verhandlungen gaben die Löwen in dieser Woche bekannt. So wurde am Mittwoch verkündet, dass die Verträge mit den beiden US-Guards Trevor Releford und Jairus Lyles in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurden, da beide den Wunsch geäußert hatten, in die USA zu fliegen und bei ihren Familien zu sein. Gestern vermeldete der Verein eine solche Vertragsauflösung auch mit US-Forward Joe Lawson. Für den Fall, dass die Saison 2019/2020 fortgesetzt werden sollte, beinhalten die Vereinbarungen die Option auf eine Rückkehr der Spieler.

Selbst wenn diese Aufhebungsverträge Abfindungen für die Spieler beinhalten, helfen sie den Löwen doch, ihre laufenden Kosten zu senken. „Mit den anderen Jungs sind wir auch im Austausch, aber da ist derzeit nicht absehbar, dass einer von ihnen in den nächsten Tagen geht“, berichtet Schmidt.

Eine bedrohliche Lage

Wie für viele Klubs im Profisport sei die Lage auch für die Löwen bedrohlich, betont der Geschäftsführer, „gerade weil wir in dieser Saison noch sieben Heimspiele hatten.“ Kurzarbeit, wie jetzt bei den Drittliga-Fußballern der Eintracht beschlossen, sei auch bei den Löwen eine mögliche Option, die derzeit geprüft werde.

Am kommenden Mittwoch wird die nächste Sitzung der Basketball-Bundesliga – in Form einer Videokonferenz – stattfinden, in der über das weitere Vorgehen beraten wird. Was die laufende Spielzeit angeht, ist Schmidt allerdings eher skeptisch: „Ich hoffe natürlich, dass die Saison beendet werden kann. Einfach auch, um den sportlichen Wettbewerb zu beenden. Aber wenn man sich die gesellschaftliche und gesundheitliche Lage anschaut, glaube ich nicht, dass wir die Saison zu Ende spielen werden.“

Der 34-jährige Basketball-Manager zweifelt nicht nur an der Fortführung der Saison, sondern bisweilen auch an vielen seiner Mitmenschen. „Ich finde es nicht nachvollziehbar, dass man sich immer noch in Gruppen draußen trifft. Als ich am Donnerstag von einem Termin kam, war im Park die Hölle los. Das ist für mich unbegreiflich“, ärgert sich Schmidt über die Gedankenlosigkeit einiger Zeitgenossen.

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