Drittliga-Restart mit vielen Fragezeichen | Neue Braunschweiger
13. Mai 2020
Sport

Drittliga-Restart mit vielen Fragezeichen

Saison soll am 26.Mai fortgesetzt werden – Uneinigkeit über Auf- und Abstiegsregelung

So wie hier beim letzten Spiel vor der Corona-Pause zwischen Mönchengladbach und Köln startet am Wochenende der Profifußball: ohne Zuschauer. Foto:Elmar Kremser/imago images

Braunschweig. Zu Wochenbeginn hat das DFB-Präsidium entschieden, dass nach dem Erst- und Zweitligastart am kommenden Wochenende auch die dritten Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen soll. Am 26. Mai soll der Ball in der dritthöchsten Spielklasse wieder rollen.

Die unter strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen mit Geisterspielen geplante restliche Spielzeit würde somit rechtzeitig zum offiziellen Saisonende am 30. Juni enden. „Nachsitzen“ heißt es für die an der Auf- und Abstiegsrelegation beteiligten Teams, die bis spätestens 11. Juli aufeinandertreffen sollen. Das Wochenende vom 3. bis zum 5. Juli ist für Nachholspiele vorgesehen, sollte es zu quarantänebedingten Spielausfällen aufgrund von Corona-Fällen kommen. Dieses Szenario schwebt wie ein Damoklesschwert über dem gesamten Spielbetrieb, denn aktuell ist völlig offen, welche Folgen dies mit sich bringen würde, da die Gesundheitsämter hier unterschiedliche Maßstäbe anzulegen scheinen. Während beim 1. FC Köln sich nur zwei positiv getestete Spieler und ein Betreuer in Quarantäne begeben haben, wurde bei Dynamo Dresden nach einem positiven Testergebnis das ganze Team in Quarantäne geschickt.

Auch in der dritten Liga würden positive Ergebnisse gewaltige Sprengkraft besitzen, speziell an den letzten beiden Spieltagen. Diese werden traditionell zeitgleich ausgetragen, um jegliche Wettbewerbsverzerrung auszuschließen. Käme es nun zu Ausfällen, wäre juristischer Ärger vorprogrammiert, insbesondere falls Auf- oder Abstiegsentscheidungen durch Spielausfälle beeinflusst werden würden.

In dieser Frage brodelt es aktuell gewaltig insbesondere an der Schnittstelle zwischen dritter und vierter Liga. Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1.FC Magdeburg machte sich im MDR dafür stark, bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs die Abstiegsregelung zu überdenken, da die zukünftigen Absteiger aufgrund der durch die Corona-Maßnahmen deutlich höheren Kosten vom finanziellen Ruin bedroht seien. Einen ganz klaren Wettbewerbsnachteil sieht man aktuell bei Carl Zeiss Jena. Während die meisten Teams schon wieder im Übungsbetrieb sind, darf in Thüringen bis zum 25. Mai kein Mannschaftstraining stattfinden.

Rostock-Vorstand Robert Marien kritisierte dies im „Spiegel“ als „Blockadehaltung“ und vermutet, dass der Klassenerhalt am grünen Tisch mit politischer Hilfe durchgesetzt werden soll. Während Halle genauso wie Magdeburg bei einer Fortsetzung realistische Chancen auf den Klassenerhalt besitzen, kann Jena angesichts eines 16-Punkte-Rückstandes nur noch auf ein Wunder hoffen.

Fraglich ist auch, wie der Aufstieg in die dritte Liga vollzogen werden soll. In den meisten Staffeln stehen die Zeichen aktuell auf Abbruch, deshalb werden die aktuellen Spitzenreiter der direkt aufstiegsberechtigten Staffeln VfB Lübeck, 1. FC Saarbrücken und Türkgücü-Ataspor München bereits als Aufsteiger gehandelt. Max Kothny, Geschäftsführer der Bayern, zweifelt jedoch an der Zukunft als Drittligist, da drohende Geisterspiele die Erfüllung der Lizenzbedingungen zu torpedieren droht.
Den vierten Aufsteiger sollen die West- und die Nordoststaffel in diesem Jahr per Relegation ermitteln. Im Westen wäre aktuell der SC Verl teilnahmeberechtigt, da Tabellenführer SV Rödinghausen keine Drittligalizenz beantragt hat. Im Osten steht aktuell die VSG Altglienicke an der Spitze, hat im Vergleich zum punktgleichen Verfolger Lok Leipzig aber ein Spiel mehr absolviert.

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