Ein Fest, zum Mittanzen schön

Gute Laune pur: „Die lustige Witwe“ wird am Staatstheater bejubelt

Einfach prächtig: Ivi Karnezi als Hanna, Vincenzo Neri als Danilo, dazu Chor und Tänzer. Foto: Björn Hickmann/ stage picture

Innenstadt. Was für ein Fest. Wären die Besucher aufgesprungen, um mitzutanzen, es hätte niemanden gewundert. „Die lustige Witwe“ walzert sich dermaßen schwungvoll und gut gelaunt durch den Abend, dass es eine Freude ist.

Die Operette von Franz Lehár hätte auch gründlich daneben gehen können. Die Geschichte rund um die millionenschwere Witwe Hanna und den Botschafts-Attaché Danilo auf dem rauschenden Ball in der Pariser Gesandtschaft des Klein­staats Pontevedro ist ja eher dünn, die Liedtexte ein wenig aus der Zeit gefallen (das Vilja-Lied vom „Waldmägdelein“ geht nur mit solch hervorragenden Stimmen).

Auch der von Regisseur Klaus Christian Schreiber neu geschriebene Text zündet nicht an jeder Stelle, die Späße sind nicht alle auf den Punkt (das Zuprosten aus dem Souf­f­leur­kas­ten gab es schon häufig zu sehen). Dafür sind andere Regieeinfälle witzig und geben der Inszenierung Tempo. Die Sänger kommen zum Teil aus dem Zuschauersaal auf die Bühne, unterhalten sich mit den Besuchern, zum Beispiel mit Helga aus der ersten Reihe.
Oder sie steigen aus der Theaterebene aus und vermischen sie mit der Wirklichkeit. „Ich kann mich nicht erinnern“, sagt Danilo an einer Stelle, um dann zuzufügen: „Ich fass es nicht, heute ist doch erst die zweite Vorstellung.“
Auf jeden Fall hat Schreiber die „Lustige Witwe“ als das inszeniert, was sie ist: Eine große Tanz- und Gesangsoperette. Die erotischen Grisetten sind wahre Akrobaten, Chor und Ensemble drehen richtig auf. Daneben ruhige, schöne Szenen voller Gefühl.

Bühne und Kostüme sind ein einziger Blickfang, die Lieder zum Mitsingen schön: „Da geh’ ich zu Maxim“, „Es waren zwei Königskinder“, „Ja das Studium der Weiber ist schwer“, „Lippen schweigen, ’s flüstern Geigen“ und mehr.
Das Publikum jedenfalls ist schwer begeistert.

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