Ein FiBS-Sommer trotz Corona | Neue Braunschweiger
12. August 2020
Buntes

Ein FiBS-Sommer trotz Corona

Die Organisatoren haben es geschafft, das beliebte Programm trotz strenger Auflagen zu starten

Die Trainer und ihr FiBS-Nachwuchs: Timo (vorn links) und Sandro in ihrem Element. Im Hintergrund FiBS-Koordinatorin Christina Strempel. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Westbahnhof. Timo und Sandro stehen schon „ewig auf den Brettern“, Anfang des Jahres haben sie mit der „Skateacademy38“ ihren Traum wahr gemacht, heißt, ihr Hobby zum Beruf. Doch kaum gestartet, zog Corona den beiden Jungunternehmern fast den Boden unter den Füßen weg. Umso schöner, dass sie jetzt wieder ausgebucht sind. FiBS hat sich „eingemietet“, die Skateacademy ausgebucht.

FiBS-Koordinatorin Christina Strempel war schnell überzeugt davon, das Skate-Angebot in das Ferienprogramm aufzunehmen. Fachbereichsleiter Martin Albinus gab das Okay. „Bei gewerblichen Anbietern schauen wir ja immer ganz genau hin“, erklärte er, „aber das geht hier absolut in Ordnung.“
FiBS in Coronazeiten, das war ein riesiger Kraftakt für alle Beteiligten. „Zwischenzeitlich stand die Durchführung auf der Kippe“, blickt Albinus auf die anstrengende Planungsphase zurück. Im Umland gibt es nicht wenige Kommunen, die kein Ferienprogramm anbieten konnten. „Aber das war für uns keine Option“, sagt Albinus, „aufgegeben hätten wir nur, wenn wir dazu über eine Verordnung vom Land gezwungen gewesen wären.“ So aber hat sein Team alle Auflagen umgesetzt. Kaum ein Angebot musste gestrichen werden, allerdings die Teilnehmerzahl verringert. „Allein im Zweistromland waren in den vergangenen Jahren 175 Kinder pro Woche, jetzt sind es nur 40. Und auch bei den Skatern sind die Gruppen relativ klein. Was für die jungen Sportler Vorteile hat.

Durch die kleinen Gruppen können sich die Trainer besonders intensiv kümmern. „Unser jüngster Teilnehmer ist fünf Jahre alt“, erzählt Timo, der älteste ist ein Vater, der gern mit seinem Sohn gemeinsam trainieren möchte. Ist hier alles kein Problem. Es geht locker zu und cool.
Aber auch sicher. „Skaten ist ein gefährlicher Sport“, betont Timo, der seine eigenen Stauchungen und Schürfwunden schon längst nicht mehr zählt. Deshalb herrscht Helmpflicht, sowie es auf die Skateboards geht. Und schon nach wenigen Übungsstunden rollen die ersten Kids relativ sicher eine Rampe runter. Die anderen klopfen statt Beifall mit ihrem Brett auf den Steinboden. „Das gehört unbedingt dazu“, erklärt Sandro. Lob und Anerkennung für die anderen, Hilfe für Schwächere. Skater-Ehre.
„Bei uns geht es nicht um Leistung, um höher, schneller, weiter“, erklärt Timo, „bei uns geht es darum, gemeinsam eine gute Zeit zu haben.“

„Und das sind auch die Werte, die die Aktion für FiBS so interessant machen“, erklärt Koordinatorin Christina Strempel die Auswahl. „Wir konnten durch Corona ja nur eine begrenzte Zahl an Plätzen anbieten“, erklärt sie, „wir sind sehr froh, dass wir die Skateacademy38 zusätzlich beziehungsweise neu im Programm haben.“
75 Anbieter haben es geschafft, rund 100 Angebote auf die Beine zu stellen. Trotz der Auflagen. Abgesagt werden mussten nur wenige, beispielsweise geplante Tagesfahrten. „Ohne die Freien Träger wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, dankt Abteilungsleiter Martin Albinus den Aktiven für ihren Einsatz.

Auch interessant