Ein Glas Wasser in der Post

Filiale Nußbergstraße ist der 100. Löwenpunkt – Service für Ältere

Weihten den 100. Löwenpunkt ein (v.l.): Regina Wollgramm (DRK), Yasemin Emuce und Elmas Karaoglan (Postfiliale Nußbergstraße), Stefan Müller (Bezirksleiter Post), Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Ramazan Karaoglan (Postfiliale) und Carsten Vullriede (Post, Vertriebsleiter Niedersachsen). Foto: Birgit Wiefel

Östliches Ringgebiet. Diesen Erfolg hätte niemand erwartet. Erst im Mai 2018 wurde das Projekt „Löwenpunkt“ gestartet, ein Jahr später nehmen bereits 100 Geschäfte teil.

Das Konzept: Bäcker, Apotheken, Museen oder Reisebüros bieten Senioren im Viertel unkompliziert Hilfe an – zum Beispiel, wenn bei sommerlichen Temperaturen mal dringend ein Glas Wasser benötigt wird oder sich die Älteren beim Einkaufen kurz ausruhen müssen. Oberbürgermeister Ulrich Markurth klebte in dieser Woche eigenhändig das Löwen-Logo neben die Tür der Postfiliale Nußbergstraße, die das 100 voll macht. „Eine tolle Resonanz“, ist Hans Golmann von Ambet beeindruckt, der die Idee aus Leipzig mitbrachte. „Dort gibt es diese Art Hilfe schon länger“, erklärt der Geschäftsführer von Ambet. Der große Unterschied: In der sächsischen Stadt liegt der Fokus auf Sicherheit, dort können sich zum Beispiel Kinder an die Punkte wenden, wenn sie sich unsicher fühlen.

Lächelnder Löwe

Braunschweig geht einen anderen Weg. Die „Löwenpunkte“ wenden sich ausschließlich an Senioren. „Das Prinzip ist einfach: Wir kontaktieren die Gewerbetreibenden und die bekommen, wenn sie teilnehmen möchten, unser Logo – einen lächelnden Löwen in einem roten Kreis – an die Türe geklebt“, sagt Golmann.

Inzwischen sind die Punkte in jedem Stadtteil zu finden. Die Mitarbeiter sind extra sensibilisiert, achten verstärkt auf ältere Menschen. Golmann ist sicher: „Der Erfolg ist auch das Resultat einer guten Zusammenarbeit zwischen Ambet, dem Paritätischen, dem DRK und der Bürgerstiftung, die den Kontakt zu den Geschäftsleuten herstellt.“ Die Idee geht sogar schon weiter: Neben den Löwenpunkten gibt es auch ehrenamtliche Stadtteillöwen, die die Verbindung zwischen den Löwenpunkten und den Nachbarschaftshilfen des Deutschen Roten Kreuzes halten.

„Es wäre toll, wenn sich noch mehr für dieses Ehrenamt melden würden“, wünscht sich Regina Wollgramm von der DRK-Begegnungsstätte am Wasserturm. Und Oberbürgermeister Ulrich Markurth ist überzeugt: „Bürgerschaftliches Engagement ist ein hohes Gut und lässt sich selbst durch die beste politische Arbeit nicht ersetzen. Früher waren die Tante-Emma-Läden die Dreh- und Angelpunkte in den Quartieren. Die ‘Löwenpunkte’ sind der richtige Ansatz.“
Weitere Informationen stehen im Internet unter www.loewenpunkt.de.

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