15. März 2021
Soziales

Ein Klavier für Addis Abeba

Braunschweigs Klavierbautradition ist die Brücke nach Afrika – Es fehlen noch 7000 Euro

Dieser aufgearbeitete Steinweg-Flügel soll auf den Weg nach Addis Abeba gebracht werden. Foto: oh

Addis Abeba/Braunschweig. Auch Pensionäre befinden sich mitunter im Homeoffice. Von dort meldet sich der frühere Domprediger Joachim Hempel mit einer Herzensangelegenheit.

Die führt in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, wo Hempel viele Jahre gearbeitet hat und wohin er immer wieder Reisen unternahm. Im Herbst 2018 gab er an der Deutschen Botschaftsschule Addis Abeba Religionsunterricht und erhielt so unmittelbar Nachricht von einem Missgeschick mit Folgen. Im Musiksaal der Schule soll der Flügel umgestellt werden. Dabei bricht jedoch ein Bein des Musikmöbels ab „und das Instrument kippt mit ganzer Wucht nach vorne links und verfehlt den Fuß eines Schülers nur knapp“, schildert Hempel das Malheur.

der ehemalige Domprediger Joachim Hempel. BZV-Archiv: Henning Noske

Ein Ersatz für das beschädigte und altersschwache Instrument muss her. Joachim Hempel denkt an die Braunschweiger Klavierbautradition und sagt seine Unterstützung zu. Weil Braunschweigs Klavierbauer mittlerweile zu chinesischen Konzernen gehören, wird es mühsamer als erwartet, eine „Klavierlösung“ zu finden. Zum Glück aber kann sich Joachim Hempel auf ein Netz guter Freunde verlassen: Der Kaufmann Gunnar Klenke nimmt sich des Projektes an, findet in Marianne Schibilak (Piano-Schibilak – Klavierservice) eine schnell begeisterte Mitstreiterin. Ein wunderbarer Flügel „Bj 1930 Steinweg Nachf.“ steht nun aufbereitet bereit.

Der Lions Club Braunschweig ist mit dabei und sammelt weitere Spenden, um den Flügel zu erwerben, zu verpacken und zu transportieren. Aus Addis Abeba liege inzwischen die Zusage für die Kostenübe

rnahme vor, um den Flügel mit dem Schiff über Djibouti und dann weiter mit der neuen Eisenbahn nach Addis Abeba bringen zu können, teilt Hempel mit. Auf Grundlage eines Kulturabkommens erlaubt die Deutsche Botschaft zudem den zollfreien Transport. Insgesamt würden jetzt noch rund 7000 Euro benötigt, damit die Schule für den Musikunterricht einen neuen alten Flügel erhält. Joachim Hempel hofft, dass sich noch weitere Unterstützer finden.

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