Ein Koffer symbolisiert sozialen Transfer

Die IHK Braunschweig hat zum sechsten Mal den Sozialtransferpreis an Unternehmen und Einrichtungen verliehen.

Auszeichnung vorbildlicher sozialer Projekte in der IHK (von links): Birgit Klauder (Institut für Persönliche Hilfen), Jury-Vorsitzender Harald Tenzer, IHK-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid, Astrid Keller (Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Braunschweig), Angelika Stößel mit dem „Soziale-Wärme-Koffer“ (Typografix-Design GmbH), Carsten Graf (Vorstandssprecher PSD Bank Braunschweig), Stefan Meusert (Werkleiter Bus & Truck AG, Salzgitter), Verena Bentele (Behindertenbeauftragte der Bundesregierung) und Det

Von Andreas Konrad, 09.05.2015.

Braunschweig. „Man soll sagen, was man tut“, ruft Jury-Vorsitzender Harald Tenzer der Wirtschaft zu. Drei Unternehmen aus der Region folgten dem und wurden dafür gestern mit dem Sozialtransferpreis der Industrie- und Handelskammer Braunschweig ausgezeichnet.

Mit insgesamt 20 000 Euro ist der Preis dotiert, aus sieben Bewerbungen kürte die Jury drei Preisträger oder genauer Preisträger-Duos. Denn Wesen des Sozialtransferpreises ist es, dass sich Unternehmen für soziale Projekte engagieren und beide dafür ausgezeichnet werden: das Unternehmen mit einer Urkunde und das Projekt mit dem Preisgeld. Dass es dabei auch sehr kreativ zugehen darf, beweist die Firma Typografix-Design, die gemeinsam mit ihrem Sozialpartner, dem Verein Institut für Persönliche Hilfen (IPH), mit 10 000 Euro den Hauptpreis erhielt.
Die Agentur hat einen „Soziale-Wärme-Koffer“ entwickelt, eine innovative Spendenbox. Wer zum Beispiel eine Feier plant, kann den Koffer beim Institut abholen und bei sich aufstellen. Er enthält neben Informationsmaterialien auch ein Fach für Spenden. Nach der Feier geht der Koffer zurück, und das IPH unterstützt seine Klienten in der Teilhabe an kulturellen, sportlichen oder gemeinschaftlichen Angeboten. Der Aufsteller des Koffers bekommt über die Verwendung der Gelder eine schriftliche Dokumentation.
Je 5000 Euro erhielten die Projekte „Seitentausch“ und „Braunschweiger Familienpaten“. „Seitentausch“ ist eine seit 2013 bestehende Kooperation zwischen dem MAN-Werk in Salzgitter und der Braunschweiger Lebenshilfe. Für jeweils vier bis sechs Wochen tauschen beide Preisträger dabei in zwei Phasen Auszubildende aus, um auf der einen Seite den Lebenshilfe-Azubis zu helfen, Ängste vor dem Arbeitsmarkt abzubauen, und auf der anderen Seite den MAN-Azubis zu ermöglichen, auf ungewöhnliche Weise zu erlernen Toleranz auszuüben und mögliche Vorurteile abzubauen.
Hinter den „Braunschweiger Familienpaten“ stehen die PSD Bank Braunschweig und der Deutsche Kinderschutzbund. Seit fünf Jahren fördert die Bank bereits das Projekt, bei dem Familien oder Alleinerziehenden, die mit ihrer Situation zeitweilig überfordert sind, ein Pate zur Seite gestellt wird.
IHK-Präsident Dr. Wolf-Michael Schmid bedankte sich bei der Festveranstaltung auch bei den Unternehmen, die mit ihren Spenden die Verleihung des Sozialtransferpreises überhaupt erst ermöglichen. Den perfekten Rahmen dafür lieferten die Festrede von Verena Bentele, Behindertenbeauftrage der Bundesregierung, und die musikalische Begleitung der Musikgruppe „The Mix“ von der Evangelischen Stiftung Neuerkerode.

Fakten:

Der Sozialtransferpreis wird von der IHK seit 2010 vergeben und belohnt Unternehmen für soziales Engagement.
In seiner Geschichte haben sich bislang insgesamt 68 Projekte beworben. An die Gewinner wurde zusammen ein Preisgeld von 116 000 Euro ausgeschüttet.

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