Ein Panther fährt nach Hause | Neue Braunschweiger
4. Dezember 2019
Soziales

Ein Panther fährt nach Hause

Sebastian König strampelt von Görlitz nach Braunschweig und sammelt für Kinder-Projekte

ebastian König nennt sich selbst „Fahrrad-verrückt“. Jetzt hat er sich auf eine 450-Kilometer-Tour von Ost nach West aufgemacht, die an den ehemaligen Panther-Werken endet. Foto: privat

Görlitz/Braunschweig. Seit Mittwochmorgen, 7 Uhr, tritt er in die Pedale. Da zeigte das Thermometer drei Grad. In den nächsten fünf Tagen will Sebastian König 450 Kilometer auf dem Fahrrad zurücklegen – von Görlitz nach Braunschweig. Nicht auf irgendeinem, sondern auf einem original Panther-Klappfahrrad. Wenn alles gut geht, trifft er am Samstagabend in der „Geburtsstadt“ seines Fahrrads ein: Mit einem Gang, 20 Kilo Gepäck und einer guten Idee.

Denn: Sebastian König sucht nicht nur die sportliche Herausforderung. Er sammelt in den fünf Städten, durch die er kommt, Spenden für soziale Projekte. In Braunschweig unterstützt er mit seiner Tour unter dem Titel „Klappt doch – Ein Panther fährt nach Hause“ die Weggefährten, eine Elterninitiative für tumorkranke Kinder und deren Geschwister. In der Partnerstadt Magdeburg den Verein Spielwagen, der Kinder- und Familienzentren betreibt. „Ich rechne mit einem vierstelligen Betrag“, erzählte uns der 41-Jährige vor dem Start am Telefon und freute sich, dass in den vergangenen Tagen „sogar eine Spendenzusage aus New York“ gekommen sei.

450 Kilometer auf einem 62 Jahre alten Klapprad? Wie kommt jemand auf diese Idee? Sebastian König lacht. „Ich bin Fahrrad-verrückt. Vor vier Jahren bin ich schon durch Madagaskar gestrampelt, da war es zwar nicht kalt, aber heiß und trocken.“

Jetzt also Görlitz-Braunschweig. Mit einem Rad, das für König „etwas ganz besonderes“ ist. „Das Panther Pfiff ist das älteste 20-Zoll-Klapprad Deutschlands. Entworfen wurde es von dem ehemaligen Profi-Radfahrer Kurt Nitschke und ab 1957 in den Braunschweiger Panther-Werken gebaut“, fachsimpelt König.
Trotz seiner Leidenschaft ist ihm allerdings auch bewusst: Für Hundert-Kilometer-Touren wurde das Rad nicht gebaut. „Ich muss sehen, ob meine Kondition reicht, denn als Familienvater mit zwei Kindern habe ich nicht wirklich Zeit zu trainieren.“ In Braunschweig wird er natürlich in den ehemaligen Panther-Werken am Mittelweg absteigen – oder besser in dem Hotel, das sich in dem einstigen Industriegebäude befindet.

Wer die Reise von Sebastian König verfolgen möchte: Auf Instagram #cycling_sebek wird der Görlitzer in Echtzeit berichten. Unter anderem sind Liveschaltungen von besonderen Orten am Wegesrand geplant.

Panther-Spendenfahrt

• Stationen der Reise: Görlitz – Senftenberg – Wittenberg – Magdeburg – Braunschweig (450 Kilometer)

• Unterstützte Projekte:
Kinderstadt Görlitz-Zgorzelec
Lesen am See / Senftenberg
Projektschmiede Wittenberg e.V.
Spielwagen e.V. / Magdeburg
Weggefährten – Elternhilfe zur Unterstützung tumorkranker Kinder e.V.

• Spendenkonto: Meetingpoint Music Messiaen e.V., Betreff: Klappt doch, IBAN: DE32855910004530174900, BIC: GENODEF1GR1

• Live-Bericht von der Reise auf Instagram #cycling_sebek

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