„Ein Schwimmbad ist kein Baumarkt“ | Neue Braunschweiger
30. Mai 2020
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„Ein Schwimmbad ist kein Baumarkt“

In dieser Woche durften die Freibäder wieder öffnen – mit vielen neuen Regeln

Entspannter Start: Im Freibad Bürgerpark zogen in dieser Woche nur wenige Besucher ihre Bahnen. Maximal 750 Gäste können über den Tag verteilt kommen. Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. Schon am Eingang gibt es erst einmal jede Menge zu lesen. Maskenpflicht, Abstandsregel, Online-Tickets – vieles ist im Freibad Bürgerpark anders, einiges auch komplizierter geworden.

Schwimmen in Corona-Zeiten das sei ein Drahtseilakt zwischen Lockerung und Sicherheit, sagt Fabian Neubert, Pressesprecher der Stadtbad GmbH, „die Planung auch für uns eine große Herausforderung.“

Seit Montag sind zwei der drei städtischen Freibäder geöffnet. Den Anfang machte der Bürgerpark. Zum Glück fiel durch die eher kühlen Temperaturen der große Ansturm erst einmal aus. Probelauf „light“ sozusagen.

„Maximal 750 Besucher dürfen über den Tag verteilt ins Bad“, erklärt Neubert, die Regelung, die vorher mit Bund und Land abgesprochen worden ist. Damit die Gäste nicht alle auf einmal hereinstürmen, wurde ein eigenes System entwickelt. „Wir sind kein Baumarkt. Wir können die Leute nicht draußen warten lassen, bis wieder ein Platz im Becken frei ist“, erklärt Neubert das Problem.

In den Freibädern wird deshalb in drei Schichten à 250 Besucher geschwommen. Interessenten müssen sich zwei Tage vorher im Internet für eine Wunsch-Schicht anmelden und dort gleich auch das Ticket lösen.

Kritik: „Ticket zu teuer“

Nicht jeder ist damit glücklich. Eine NB-Leserin kritisierte, dass Menschen ohne Internet jetzt das Nachsehen hätten. Außerdem sei für Vielschwimmer ein Besuch deutlich teuerer geworden. „Ende vergangenen Jahres hatte ich bereits eine Mehrfachkarte gekauft. Doch die kann ich jetzt nicht verwenden, da es mit der Wiedereröffnung auch eine neue Preisordnung gibt“, schreibt sie.

Das ist richtig. Je nach Schicht variiert der Preis zwischen 2,50 und 4,50 Euro. Darüber hinaus gibt es allerdings Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte oder Braunschweig Pass-Inhaber. Fabian Neubert bittet um Verständnis. „Dank des Online-Verkaufs haben wir eine Kontrolle darüber, wie viele Gäste wann ins Bad kommen.“

Die Preise fingen zudem zumindest etwas den wirtschaftlichen Verlust auf. „In einer normalen Saison haben wir 3700 Besucher pro Tag“, rechnet Neubert die Diskrepanz vor. „Die Alternative wäre gewesen, dass wir überhaupt nicht öffnen, so lange die Corona-Pandemie besteht.“

Sicherheitsdienst geplant

Im Moment sind Kritiker allerdings die Ausnahme. Birte Hausner und Lucas Schneider, die an der Kasse stehen und die Zahlbelege einscannen, stoßen in der Regel auf entspannte und disziplinierte Kunden. „Mal sehen, wie ist, wenn es warm wird und mehr Leute kommen“, sagt Hausner und lacht.

Auch Schwimmmeister Nico Horn ist gelassen. Jeden Morgen checkt er jetzt die Absperrbänder, bevor er am Beckenrand seinen Dienst beginnt. Sollte der große Ansturm kommen, werden er und seine Kollegen unterstützt. „Die Schwimmmeister sind vor allem für die Sicherheit im Wasser verantwortlich. Sie können nicht darauf achten, ob Abstände eingehalten werden“, betont Neubert. Im Hochsommer werde deshalb zusätzlich ein Sicherheitsdienst engagiert.

Info

• Geöffnet sind die städtischen Freibäder Bürgerpark und Raffteichbad, je nach Witterung öffnet das Freibad Waggum am 5. Juni.
• In allen drei Bädern gilt das Online-Ticketing. Alle Infos dazu stehen auf www.stadtbad-bs.de.
• Für das Raffteich-Bad und Waggum gilt nach wie vor die Bäderampel.

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