Ein starker Boykin reicht in Berlin nicht aus | Neue Braunschweiger
22. Januar 2017
Sport

Ein starker Boykin reicht in Berlin nicht aus

Basketball-Bundesliga: Bei Topteam Alba verlieren die Löwen mit 76:84.

Mit gutem Händchen in Korbnähe, aber auch von weiter draußen: Jamal Boykin (links), der mit 25 Punkten einen persönlichen Bestwerte erzielte. Foto (Archiv): T.A.

Von Christoph Matthies, 22.01.2017.

Braunschweig.
Trotz eines wegen einer Bronchitis angeschlagenen Dyshawn Pierre lieferten die Löwen-Basketballer am Sonntagabend bei Alba Berlin eine solide Leistung ab. Eine richtig gute erste Halbzeit sowie ein herausragender Auftritt von Power Forward Jamal Boykin (25 Punkte) konnten die 76:84 (40:43)-Niederlage beim Tabellenfünften jedoch nicht verhindern.

Wie schon in den vergangenen Wochen zeigten die Löwen zu Beginn der Partie keinen Respekt vor der Favoritenstellung des Gegners. Nachdem die Berliner die ersten vier Zähler für sich verbuchen konnten, eröffnete Carlos Medlock aus der Distanz das Punktesammeln für die Gäste. Jamal Boykin per Korbleger und Tim Schwartz, der für Pierre in der Startaufstellung stand, sicherten den Braunschweigern eine 7:4-Führung nach knapp drei Minuten.

Die Albatrosse, mit dem Selbstvertrauen von acht Liga-Siegen in Serie im Rücken, ließen sich jedoch zu keiner Sekunde abhängen. Vor allem die „Jugo-Connection“ aus Center Elmedin Kikanovic und Forward Dragan Milosavljevic (am Ende 17 Punkte) zeigte schon in dieser Anfangsphase immer wieder ihre individuelle Klasse. Doch die Löwen hielten gegen ein Top-Team der Liga stets gut dagegen. Und zeigten einen Grund, warum es bei ihnen zuletzt viel besser lief als zu Saisonbeginn: kluge Ballbewegung. Als Sid-Marlon Theis 70 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts per Dreier zum 16:19 aus Löwen-Sicht traf, war das vor allem der Tatsache geschuldet, wie koordiniert und schnell der Basketball umher gepasst wurde, um den freien Mann, in diesem Fall Theis, zu finden.

So blieb die Partie bis zur Halbzeitpause ausgeglichen, die Löwen ließen Alba gar nicht erst in einen Lauf kommen, beantworteten alle Berliner Punkte umgehend mit eigenen geglückten Offensivaktionen. Spektakulär traf etwa Tommy Klepeisz zur 36:34-Führung, als er Gegenspieler Ismet Akpinar einen weiten Dreier „ins Gesicht“ warf. Mit zehn Punkten (5/6 Treffer) war Jamal Boykin bis zum Seitenwechsel erfolgreichster Punktesammler der Gäste.

„Wir müssen weiterhin den Fastbreak der Berliner stoppen“, analysierte der verletzte Löwe Luis Figge in der Pause. Seine Kollegen im blau-gelben Dress beherzigten die Worte ihres jungen Flügelspielers allerdings nicht. Nach nur drei Ballverlusten in der gesamten ersten Halbzeit leisteten sich die Gäste im dritten Viertel gleich derer acht – und luden die nun aggressiveren Berliner damit zu Schnellangriffen ein. So waren es besonders die Fastbreak-Dreier von Peyton Siva und Engin Atsür, die den Löwen nun richtig wehtaten. Zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Durchgangs stand es bereits 62:48 für die Hauptstädter, als der athletische Tony Gaffney einen Alley-Oop-Pass von Siva spektakulär durch die Reuse donnerte.

Die 65:50-Führung nach 30 Minuten ließen sich die Berliner nicht mehr nehmen. Die Löwen steckten allerdings auch in der Schlussphase nicht auf, vor allem Jamal Boykin, der ein tolles Spiel zeigte, tat noch reichlich für sein Punktekonto. Am Ende hatte der nachverpflichtete Amerikaner effizient erzielte 25 Zähler auf dem Konto – ein persönlicher BBL-Karriere-Bestwert. Feiern durften am Ende dennoch die Gastgeber und ihre Fans in der Mercedes-Benz-Arena.

Da Kellerkind Rasta Vechta kurz zuvor seine Partie in Gießen ebenfalls verloren hatte, bleiben die Löwen mit drei Siegen Vorsprung vor Abstiegsplatz 17 Fünfzehnter der Bundesliga-Tabelle.

Für die Löwen punkteten: Boykin 25 (11/15 Würfe), Medlock 13, Pierre 10, Theis 7, Klepeisz 7, Groselle 6 (9 Rebounds), Guyton 6, Schwartz 2, Simon, Ebert.

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