Ein „Stau“ an Heiligabend kann auch lustig sein

Aktuell in der Komödie: „Weihnachten im Stau“ – Ensemble überzeugt in 18 unterschiedlichen Rollen

Das Team gibt Vollgas. Foto: imagemoove

Innenstadt. Eine Komödie auf die Bühne zu bringen, die im „Stau“ spielt – auf solch eine „verrückte Idee“ kommt in Braunschweig nur einer: Florian Battermann, Chef der Komödie am Altstadtmarkt. Doch wie gut das funktioniert, davon konnten sich insgesamt 300 Premierengäste im ausverkauften Theatersaal überzeugen, die sich bei „Weihnachten im Stau“ köstlich amüsierten.

Die sechs Akteure – Vanessa Frankenbach, Annette Schneider, Tanja Schumann, Thomas Gerber, Werner H. Schuster und Dustin Semmelrogge – spielen drei Pärchen, die an Heiligabend zu unterschiedlichen Zielen unterwegs sind und sich per Zufall mitten im Stau kennenlernen. Die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler schlüpfen in nicht weniger als 18 Rollen. Vom Weihnachtsmann bis zum Polizisten, von der DRK-Stau-Betreuerin bis hin zu einem Zuhälter und von einer dementen Oma bis zur Nonne wuseln sie durch die Kulisse.

Die Szenen und Aktionen sind gut aufeinander abgestimmt, wenngleich sie manchmal recht kurios daherkommen. „Aber das ist halt Komödie“, stellte Wolfgang Neruda treffend fest. Er war es, der Battermann den Tipp mit der Komödie gab. „Wolfgang Neruda ist mein Verleger, er hatte mir das Textbuch zum Lesen geschickt, und ich war gleich begeistert“, erklärte Battermann.

Dass die Story von Jan-Ferdinand Haas erdichtet wurde, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Er schrieb schon so erfolgreiche Bühnenstücke wie „Hotel Mama“, „Schwanensee in Stützstrümpfen“ oder „Die Wahrheit über Dinner for One“, die allesamt auch in Braunschweig zu sehen waren. Der Inhalt von Haas’ Stück ist teilweise so „hanebüchen“, dass er schon wieder real zu sein scheint. Ja: Es könnte ja wirklich sein, dass bei einem Stau der Förster aus dem Wald „zufällig“ auftaucht und den Protagonisten einen „frisch geschlagenen“ Tannenbaum in die Hand drückt…

Ein Plus ist auch das Bühnenbild von Tom Grasshof – drei „Autos“, dahinter ein Foto mit einer langen Autokolonne – ja, so sieht es im Stau aus, wenn nichts mehr geht. Die treffenden Kostüme stammen von Daniela Eichsteadt. Insgesamt hat das Team um Regisseur Battermann eine gelungene Weihnachts-Komödie auf die Bühne gebracht, die vom Publikum reichlich beklatscht wurde. Tickets in der Komödie, Gördelingerstraße 7; Telefon 0531/1218680; info@komoedie-bs.de.

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