3. März 2021
Menschen

Ein Tag im Dienst der Demokratie

Im Superwahljahr 2021 werden rund 1000 neue Wahlhelfer gesucht

Rückblick ins Jahr 2014: Eine junge Frau gibt in der Grundschule Comeniusstraße ihre Stimmen ab. Archivfoto: BestPixels.de

Braunschweig. Noch keine Pläne für den 12. September? Hermann Klein, stellvertretender Wahlleiter der Stadt Braunschweig, hätte da eine Idee. Und noch eine andere für den 26. September, denn: Im Superwahljahr 2021 benötigt die Stadt Braunschweig zusätzliche Unterstützung.

Gesucht werden rund 1000 zusätzliche freiwillige Wahlhelfer, die mit ein Auge darauf haben, dass die anstehenden Kommunal- und Bundestagswahlen rechtmäßig vonstatten gehen und – salopp gesagt – keine Stimme bei der Zählung unter den Tisch fällt.

Die Stadt habe vor mehr als 30 Jahren bewusst die Entscheidung gefällt, die benötigten Wahlhelfer nicht aus dem Melderegister heraus zu verpflichten, sondern auf Freiwilligkeit zu setzen. „Die Bürger melden sich, weil sie ein Interesse daran haben, Demokratie zu erleben“, betont Hermann Klein.

Freiwilliger Dienst

Er kann sich auf einen treuen Stamm von Wahlhelfern verlassen, dennoch braucht der Pool Freiwilliger von Zeit zu Zeit neue Mitglieder, weil Menschen wegziehen oder aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei den anstehenden Wahlen sind jeweils rund 2200 freiwillige Wahlhelfer im Einsatz. Wahlhelfer darf werden, wer auch selbst wählen darf. Bei den Kommunalwahlen Menschen ab 16 Jahren, bei der Bundestagswahl ab 18 Jahren.

Wie die Coronapandemie sich bis zum Herbst entwickelt, kann auch Klein nicht voraussehen, aber eines ist gewiss: „Die Wahlen finden statt!“ Organisatorisch ist noch einiges zu regeln. Unter anderem werden die räumlichen Gegebenheiten der Wahllokale geprüft, damit die erforderlichen Abstände eingehalten werden können.

Am 12. September bestimmen die Braunschweigerinnen und Braunschweiger bei den Kommunalwahlen, wer neuer Oberbürgermeister wird und wie sich Stadtrat und Stadtbezirksräte zusammensetzen. 14 Tage später, am 26. September, wird der Bundestag gewählt. Ist die Entscheidung nicht schon im ersten Wahlgang gefallen, findet gleichzeitig die Stichwahl für das Amt des Bürgermeisters statt.

Auch ohne Corona geht der Trend eindeutig zur Briefwahl. „Die Wahlbeteiligung steigt insgesamt nicht, aber der Anteil der Briefwähler“, erläutert Hermann Klein. Bei Bundestagswahlen liege er bei rund 25  Prozent. Der stellvertretende Wahlleiter geht in diesem Jahr von einer weiteren deutlichen Steigerung aus und will vorsorglich 30 zusätzliche Briefwahlvorstände bilden, außerdem wird eine Briefwahlzentrale (ein Ort wird noch gesucht) eingerichtet, damit die Stimmenauszählung nicht zu lange dauert.

In jedem Fall müssen die Wahlhelfer sich auf einen langen Tag einrichten, der um 7.30 Uhr beginnt und (mit Pausen) bis 22 Uhr dauern kann. Wenn die Wahllokale um 18 Uhr schließen, beginnt die eigentliche Arbeit.

Neulinge brauchen keine Sorge haben, dass sie mit der Aufgabe alleingelassen werden. In jedem Wahlvorstand gäbe es erfahrene Wahlhelfer. Unter www.braunschweig.de/wahlvorstand können sich Interessierte zudem ein Erklärvideo anschauen. Speziell die Kommunalwahl hat es in sich, da drei Stimmen abgegeben werden können. Und dann geht es los mit kumulieren und panaschieren. Wie gesagt: Wer Wahlhelfer wird, lernt und weiß viel über die Demokratie und ihre Spielregeln.

Die Registrierung als Wahlhelferin und Wahlhelfer ist im Internet unter www.braunschweig.de/wahlhilfe, telefonisch unter 4 70 41 14 oder per Mail an wahlen@braunschweig.de möglich. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Wahlhelfer 70 (Kommunalwahlen) beziehungsweise 35 Euro (Bundestagswahl). Kommt es zur OB-Stichwahl wird dieser Betrag um 15 auf 50 Euro erhöht

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