Ein Yard lag zwischen Sieg und Niederlage

Braunschweig

Lions-Runningback David McCants hielt mit seinen Läufen und Touchdowns die Braunschweiger im Spiel.

. Das war ein Football-Spiel, wie es so wohl lange nicht mehr im Eintracht-Stadion geben wird. Ohne den etatmäßigen Spielmacher Grant Enders sahen die New Yorker Lions im Duell mit den Dresden Monarchs zunächst keinen Stich. Aber sie kämpften sich zurück und plötzlich wurde es eine Football-Schlacht, die an den German Bowl 2013 erinnerte. Diesmal der Unglückliche: Die New Yorker Lions.

Evan Landi als Quarterback, geht das gut? Das war die erste Frage, als klar war, dass Grant Enders nicht spielen wird. Nicht in der ersten Halbzeit die Antwort. Die Dresdner wussten, dass Lions-Ballträger David McCants die offensive Hoffnung der Braunschweiger sein würde und verstanden sich zunächst gut darauf, ihn zu stoppen. „Wir wollten Grant schonen. Das war kein Play-off-Spiel. Nächste Woche haben wir eins. Wäre dies eins gewesen, hätte Grant gespielt“, erklärte Lions-Cheftrainer Troy Tomlin mit Blick auf die Oberschenkelblessur des Quarterbacks, die er sich in Innsbruck zuzog. Gleiches galt auch für Kicker Tobias Goebel, der von Tom van Duijn vertreten wurde. Und so tigerte Tomlin mehr als sonst in der ersten Halbzeit die Seitenlinie entlang und überlegte, wie man doch als Sieger vom Platz gehen könne.
Die Abwehr tat derweil was sie konnte. Stoppen konnte sie den vielseitigen Angriff der Gäste aber nicht nachhaltig. Wenn sie Chancen in der ersten Hälfte kreierte, dann konnte der Angriff sie nicht nutzen. Gerade als die Monarchs wieder auf der Türschwelle zur Endzone standen, war Lions-Verteidiger Tissi Robinson zur Stelle. Der Cornerback fing einen Pass von Monarchs-Quarterback Barclay Belton ab. Aber: Im ersten Versuch, Snap zu hoch, über Landi, Ball trudelt bis an die Ein-Yard-Linie, Dresden sichert ihn. Dank einer Strafe ging es aber zurück an die 16-Yard-Linie und die Abwehr hielt sich erneut schadlos. Glück gehabt. Die 14:6-Halbzeitführung konnte die Abwehr aber auch nicht verhindern. Dafür war Dresden noch zu gut.

Der Lions-Angriff um Landi kam in der ersten Hälfte nur langsam in die Gänge. „Wir haben sicher keinen guten Start erwischt. Es ist immer schwer, wenn der Starting-Quarterback ausfällt“, räumte Tomlin ein. Nach 19 Minuten war der erste Pass von Landi erfolgreich. Kurz auf Römer. Das gleiche im nächsten auf Bollmann. Dann Wagemut. Tief in der eigenen Hälfte, vierter Versuch, Zentimeter zu gehen. Und die Lions schaffen es. Ganz wichtig, denn jetzt nahmen die Braunschweiger Fahrt auf. Nichts Spektakuläres, dafür ehrliche, dreckige Football-Arbeit. Das sollte das Credo für die Braunschweiger werden.

In der zweiten Hälfte war der Lions-Angriff dann vollends da. Auch weil die Dresdner Abwehr Geschenke in Form von First Downs verteilte. Die Lions lebten, arbeiteten sich über das Feld und die Stimmung wurde immer bissiger. Auf dem Feld und den Tribünen. Was so gruselig begann, wurde im vierten Viertel zur Braunschweiger Regenschlacht. Erinnerungen an das Finale von 2013 gegen Dresden, das die Lions mit 35:34 gewannen, wurden wach. „Die Braunschweiger Trainer haben einen richtig guten Job gemacht, die Mannschaft in der Pause neu eingestellt. Wir dagegen wurden vielleicht etwas fahrlässig“, erklärte sich Dresdens Cheftrainer John Leijten die starke zweite Hälfte der Braunschweiger.

Alles lief auf das große Finale in den letzten Sekunden hinaus. In der Hauptrolle wieder die Braunschweiger Abwehr, die einen so unglaublichen Kampf ablieferte und doch die siegbringenden Punkte nicht verhindern konnte. Hier machten letztlich kleine Fehler den Unterschied aus und Dresden war wieder in Front.
Noch 26 Sekunden blieben den Lions. Und die nutzen sie, kommen an die Mittellinie und mit dem letzten Versuch setzen sie auf den letzten langen Pass. Der Ball fliegt, Christian Bollmann steigt hoch, wird behindert, kann ihn nicht festhalten. Der Ball droht zu Boden zu fallen, da kommt Janus Knopf, fängt ihn noch und geht aber einen Yard vor der Monarchs-Endzone zu Boden. Abpfiff

Punkte:

1. Viertel: 0:7 Im ersten Drive legen die Dresdner vor. In fünf Minuten arbeiten sie sich über das gesamte Feld und Donald Russel macht mit einem Lauf als sieben Yard den Touchdow. Point after Touchdown (PAT) Jan Hilgenfeldt.
2. Viertel: 0:14 Wieder Screen-Pass, wieder laufen die Lions-Verteidiger blind auf Monarchs Spielmacher Barclay Brenton zu, der passt den Ball über sie in die Hände von Russel und der wirbelt die 20 Yards in die Endzone. PAT Hilgenfeldt.
6:14 Es sind ist das Kick-off-Return-Team, dass die Hoffnung am Leben hält. David McCants erzielt mit einem Lauf über 99 Yards die ersten Punkte der Braunschweiger. PAT von Duijn nicht gut
3. Viertel 12:14 McCants vollendet die von Dresden mit Geschenken bedachte Angriffsserie mit einem Lauf über fünf Yards zum Anschluss. Two-Point-Conversion nicht gut.
12:21 Umgehend die Antwort. Zwei Spielzüge und einen 23-Yard-Lauf von Russel später legt Dresden nach. PAT Hilgenfeldt.
19:21 David McCants, wer sonst? Der Lions-Runningback tänzelt erst die Gegner aus und sprintet über 61 Yards zum Touchdown. PAT von Duijn.
4. Viertel:
26:21 McCants zum vierten Mal. Aus einem Yard besorgt er die erste Führung des Spiels. PAT von Duijn.
26:27 Unglaublich! Die Lions leisten sich eine unnötige Straft, halten Dresden im Spiel. Und die gehen wieder in Führung. Ein Pass von Brenton fängt Hilgenfeldt in der Lions-Endzone. Two-Point-Conversion nicht gut.

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